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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2017
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent
Der Inhalt:

»Solche Briefe gehen mir ans Herz«

von Annette Lübbers vom 08.12.2017
Elke Richter beantwortet seit 35 Jahren Kinderbriefe im Nikolauspostamt in St. Nikolaus

Es gibt nichts Schöneres, als Kinder glücklich zu machen. Das ist der Grund, warum ich im Nikolauspostamt mitarbeite. Im vergangenen Jahr gingen dort etwa 20 000 Briefe an den Nikolaus ein, einige sogar aus Hongkong. Beigefügt sind oftmals selbst gemalte Bilder und kleine Wunschzettel. Manchmal auch große – so ist die Zeit eben. Die Antwortbriefe können wir längst nicht mehr alle individuell verfassen. Aber wir haben im Laufe der Zeit Standardbriefe entwickelt, in die wir per Hand den Namen des Kindes eintragen. Anders bei den Kummerbriefen. Da klagt ein kleiner Knirps, dass Mama und Papa sich nur noch streiten. Oder ein Mädchen hat Angst um seine Schwester, die seit Wochen Fieber hat, und bittet den Nikolaus um Hilfe. Solche Bittbriefe gehen mir ans Herz. Dann versuche ich ganz persönliche und liebevolle Worte zu finden. Worte, von denen ich hoffe, dass sie den kleinen Empfängerinnen und Empfängern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

St. Nikolaus gibt es wirklich. Der Ort liegt im Saarland und ist heute ein Stadtteil von Großrosseln, unweit von Saarbrücken. Im Jahr 1966, als die Aktion startete, war der kleine Ort noch selbstständig. Der Vertreter eines Pharmaunternehmens verschickte von dort zu Nikolaus Geschenke und Briefe an die Kinder von Ärzten aus seinem Kundenkreis. Daraus entstand das Nikolauspostamt. Es hat seinen Sitz in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt.

Vom 5. bis zum 24. Dezember jedes Jahr hat das Nikolauspostamt geöffnet. An diesen Tagen stempeln meine Kolleginnen und ich jeden Brief mit einem Sonderstempel und kleben die neue Weihnachtsmarke drauf, die von der Deutschen Post gesponsert wird. Am 5. Dezember kommen der Nikolaus und eine Menge kleiner und großer Besucher. Ich helfe beim Packen von Nikolaustüten, beim Backen von Zimtwaffeln und verkaufe Sondermarken und Weihnachtskarten. Das macht viel Spaß und bringt Geld in die Kasse. Geld, das der Verein Festausschuss jedes Jahr zu hundert Prozent an karitative Einrichtungen in der Region weiterleitet. Mehr als 300 000 Euro sind auf diese Weise schon zusammengekommen. So helfe ich gleich zweimal: Kinderaugen in aller Welt zum Leuchten bringen und gleichzeitig in der Heimat Menschen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind. Die Aktion gehört zu meinem Leben einfach dazu. Ohne das soziale Netzwerk, in das ich hier über das N

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