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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2017
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent
Der Inhalt:

Hitlergruß im Klassenzimmer

von Barbara Tambour vom 08.12.2017
Antisemitische und rassistische Äußerungen in der Schule nehmen zu. Was Lehrer, Eltern und Schüler dagegen tun können

Plötzlich war es in Emilias Klasse cool, den Hitlergruß zu zeigen. Nieste jemand, wurde nicht »Gesundheit« gesagt, sondern »Heilung«. Die 15 Jahre alte Schülerin aus Dresden fühlte sich unwohl dabei. Als im WhatsApp-Klassenchat antisemitische Fotos auftauchten – eine Rauchwolke, die als »jüdisches Familienfoto« betitelt war –, reichte es ihr. Die Gymnasiastin schrieb dem Absender per WhatsApp: »Lass das mit dem Nazi-Gehabe, das ist überhaupt nicht witzig.« Dessen Antwort habe gelautet: »Hast wohl zu viele tote Juden eingeatmet.«

Emilia sprach mit ihren Eltern, und sie entschieden gemeinsam, den Mitschüler anzuzeigen. Für dieses Aktivwerden hat die Schülerin kürzlich den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus erhalten. Weniger Unterstützung erhielt Emilia von ihren Lehrern, wie sie berichtete. In zwei E-Mails an die Schule hätten ihre Eltern die Vorkommnisse geschildert, doch nur die lapidare Antwort erhalten, das Thema werde im Geschichtsunterricht behandelt.

Ähnlich erging es der Berliner Jüdin Gemma Michalski. Ihr 14 Jahre alter Sohn wurde an seiner Schule in Berlin-Friedenau von muslimischen Mitschülern über Monate hinweg antisemitisch beleidigt und geschlagen. »Mein Sohn war wie Freiwild. Mich hat dieser tief sitzende Hass überrascht«, berichtete sie. Der Fall hatte im Sommer bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Schulleitung hat laut Gemma Michalski das Problem nicht ernst genug genommen.

Sind das Einzelfälle? Oder sind antisemitische und rassistische Übergriffe in der Schule ein wachsendes Problem in Deutschland? Genaue statistische Angaben gebe es nicht, sagt Marina Chernivsky, Leiterin des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Doch ihrer Einschätzung nach nehmen die Vorfälle zu. Viel zu häufig verharmlosten Pädagogen antisemitische Vorfälle oder spielten sie herunter als Rangeleien zwischen Jugendlichen. Seit den Bundestagswahlen seien rechtsextreme und rassistische Äußerungen in den Schulen häufiger und offener zu hören, beobachtet Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/Main. »Sie sind seit der Wahl der AfD in den Bundestag salonfähiger geworden«, sagt Cheema. Und die Unsicherheit der Lehr

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