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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

Eine Frau steht auf

von Annette Lübbers vom 06.12.2013
Heffa Schücking deckt auf, wie Banken Klimakiller finanzieren

Heffa Schücking lässt sich so leicht nicht entmutigen. Zwar ist auch sie vom Ausgang des UN-Klimagipfels enttäuscht. Doch sie kehrte aus Warschau auch ein bisschen zufrieden zurück. Die Konferenz hatte der Gründerin der Umweltorganisation urgewald die passende Bühne geboten, die Studie »Banking on Coal« vorzustellen – gemeinsam mit den Partnerorganisationen Banktrack, Polish Green Network und CEE Bankwatch Network:Demnach hat die globale Kohleproduktion seit dem Jahr 2000 um fast siebzig Prozent zugenommen – finanziert unter anderem von der Deutschen Bank, die 5,2 Milliarden Euro in den Klimakiller investierte. »Es ist erschreckend zu sehen, dass zwanzig Banken aus nur sieben Ländern helfen, die Welt in eine Sauna zu verwandeln«, erklärt Schücking.

In der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main ist die streitbare Frau mit den schulterlangen roten Haaren keine Unbekannte. 2009 »zwang« der kleine David urgewald die Deutsche Bank und den Energiegoliath RWE, aus der Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerks Belene auszusteigen. Kein Geld – kein Atomkraftwerk.

Schon während ihrer Studienzeit ärgerte sich Heffa Schücking über die Umweltsünden deutscher Unternehmen: »Während bei uns die Auflagen für den Umweltschutz immer rigoroser wurden, kümmerte sich kein Mensch darum, ob deutsche Konzerne umweltschädigende Projekte im Ausland bauen oder deutsche Banken sie finanzieren.« Aber statt wie viele andere ihre Ohnmacht lauthals – und folgenlos – zu beklagen, gründete Heffa Schücking 1992 die Organisation urgewald, deren Geschäftsführerin sie bis heute ist.

Die Unterschiede könnten gravierender nicht sein. Statt in gläsernen, turmhohen Firmenzentralen »residiert« die Geschäftsstelle in einem ehemaligen Bauernhaus im münsterländischen Sassenberg. Unter alten Holzbalken entwirft Heffa Schücking Kampagnen; zusammen mit neun Frauen und einem Mann. Ein Team, das sich alle Mühe gibt, den Entscheidungsträgern die Folgen ihres Handelns aufzuzeigen – möglichst bevor die Verträge unterzeichnet sind oder der erste Euro geflossen ist. Verstärkt wird das Team von etwa 15 000 Sympathisanten, die sich per E-Mail aktivieren lassen, vor Firmenzentralen zu protestieren oder einen Protestbrief zu verschicken. Di

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