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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

Die Reichen sollen haften

von Bernhard Pötter vom 06.12.2013
Der Klimagipfel bricht ein Tabu: Erstmals errechnet die UNO die Verluste aus Klimaschäden – und fordert Entschädigung

Es schien wie eine makabre Inszenierung: Kurz vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz in Warschau verwüstete der Taifun »Haiyan« ganze Regionen der Philippinen und forderte Tausende von Opfern. »Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen«, forderte der philippinische Delegationschef Yeb Sano bei der Eröffnung der Konferenz und begann mit vielen Unterstützern weltweit einen Hungerstreik bis zu einem »bedeutungsvollen Ergebnis«. Und noch in der letzten Minute der Verhandlungen blockierte der sanftmütig-beharrliche Philippiner einen Kompromiss, der ihm zu schwach vorkam. Schließlich stimmten die UN-Staaten einstimmig für ein neues Gremium in den Klimaverhandlungen, das sich mit »Loss and Damage«, Verlust und Schaden, befassen soll. Damit wird nun ernsthaft debattiert, wie Klimaschäden zu vermeiden sind, wie Opfern geholfen werden kann – und irgendwann auch, wer für diese Verluste bezahlen muss.

Bisher sind das die Armen in den armen Ländern. Sie zahlen oft mit ihrem Leben. Dabei geht es meist nicht um die großen Stürme, sondern um die schleichenden Folgen des Klimawandels, etwa in Bangladesch: »Im Norden unseres Landes nehmen Dürren zu, Bauern müssen ihr Land verkaufen. An der Küste drückt das Salzwasser ins Grundwasser und in die Felder. Die Ernte ist bedroht, und Menschen müssen für ihr Trinkwasser weit laufen«, sagt Mohammad Shamsuddoha vom Center for Participatory Research and Development in Dhaka, Bangladesch. Hilfe bei der Schadensbegrenzung könne dafür sorgen, dass die Bevölkerung nicht in die Slums der großen Städte abwandere. »Sie könnten kleine Geschäfte aufmachen, Handel treiben oder direkt für den Verlust der Ernte entschädigt werden.«

Industrieländer haben Angst

Bei den Klimaverhandlungen galt Loss and Damage lange als Tabu: Wer sich mit Schadensersatz beschäftigt, gibt zu, dass der bisherige Klimaschutz und die Anpassung an die Klimafolgen nicht ausreichen. Genau das ist aber der Fall. Weil die Industriestaaten und Schwellenländer wie China und Indien mit dem Klimaschutz nicht Ernst machen, kommt jetzt die Debatte über Verlust und Schaden. Die Warnungen des UN-Klimarats der UN-Umweltbehörde und auch der wirtschaftsfreundlichen Weltbank sind mehr als deutlich: Der Klimawandel läuft immer schneller ab; die Emissionen von Treibhausgasen steigen von einem Rekordwert zum nächsten. Rachel Kyte, Vizechefi

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