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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2012
Das Christentum
Was wird, was bleibt?
Der Inhalt:

Vielleicht wird im Himmel Mozart gespielt

von Klaus Hofmeister vom 07.12.2012
»Ich weiß, ich muss hier nicht alles leisten. Ich bin als Person mehr als das, was ich kann, was ich habe, was ich an Erfolgen vorzuweisen habe. Das gibt mir Gelassenheit.« Ein Gespräch mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider über das Leben »danach«

Herr Schneider, Sie sind Vater von drei Töchtern. Sie mussten aber als Vater einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. 2005 haben Sie Ihre jüngste Tochter Meike verloren. Sie hatte Leukämie. Gibt es für Sie einen Ort, wo Ihre Tochter jetzt ist?

Nikolaus Schneider: Die Begrifflichkeit ist schon schwierig. Was heißt Ort? Wir sprechen ja meist in Bildern, reden vom Gottesreich, sagen, dass jemand bei Gott geborgen ist, bei ihm zu Hause. Wie das genau ist, wie man sich das vorstellen kann, in Analogie zu unserem dreidimensionalen Denken oder zu unserer Vorstellung vom Weltall und von der Erde und den Himmelskörpern, das weiß ich auch nicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass der Tod nicht Meikes endgültige Vernichtung war, sondern dass sie bei Gott aufgehoben ist, bei Gott geborgen ist und dass sie dort in einer Weise weiterlebt, die auch ihre Identität bewahrt.

Wenn man den Ort nicht beschreiben kann, wo Ihre Tochter jetzt ist, kann man dann wenigstens genauer die »Qualitäten« dieses Lebens nach dem Tod beschreiben?

Nikolaus Schneider: Ja, da haben wir die schönen biblischen Bilder, dass das wirklich ein Leben in Fülle sei, dass das, was wir als so beschwerlich und bruchstückhaft und einschränkend in unserem jetzigen Leben empfinden, dort nicht sein wird. Der Begriff Gott steht ja für ein Leben in Fülle, Gott ist das Leben überhaupt, und daran wird sie Anteil haben. Daran werden wir Anteil haben, wenn wir in sein Reich kommen.

Glauben Sie, dass Sie Ihre Tochter nach dem Tode wiedersehen werden?

Nikolaus Schneider: Das hoffe ich sehr. Und es gibt schöne Berichte aus der Heiligen Schrift, die sagen, dass wir eben auch unsere Identität bewahren und sozusagen neu geschaffen werden. Wie das sein wird, dafür haben wir auch wieder nur Bilder. Der Apostel Paulus sagt das im Korintherbrief in diesen Gegensätzen: Es wird gesät verweslich, es wird auferstehen unverweslich, es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit … Also er nimmt dann immer die Gegenbegriffe. Aber wie gesagt, das sind alles Bilder. Wir haben einfach nur die begründete Hoffnung durch das Zeugnis der Schrift, dass das so sein wird.

Glauben Sie, dass man mit Menschen, mit denen man auf Erden nichts anfangen kann, dann im Himmel einigermaßenauskommt? Wird man die

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