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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2018
Gott, mein Therapeut
Religion stärkt. Aber warum?
Der Inhalt:

Politische Weggemeinschaft

Der »Oekumenische Ratschlag« will den konziliaren Prozess fortentwickeln

Über die Jahre sind sie zu einer Art politisch-ökumenischen Weggemeinschaft zusammengewachsen. Evangelische wie katholische Christen, die teils seit 35 Jahren versuchen, die Grundüberzeugungen des konziliaren Prozesses in ihre Kirchen und Gemeinden zu tragen. Anfang November haben sich rund fünfzig Frauen und Männer aus allen Regionen Deutschlands zum Austausch beim Oekumenischen Ratschlag in Minden getroffen.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die »blauen« Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, also jene Themen, die sich mit dem Recht auf Trinkwasser, mit der Privatisierung von profitablen Wasserrechten oder dem Stopp der Vermüllung der Ozeane befassen. Manfred Kock, der frühere rheinische Präses und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, vergegenwärtigte die Stationen und die Entwicklung des »Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung«. Die frühere Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter sprach über Aufbrüche ökologischer Theologie in der planetarischen Krise.

Als Geburtsstunde des konziliaren Prozesses gilt die vierte Vollversammlung des Weltkirchenrats im kanadischen Vancouver im Jahr 1983. Dort hatte die Delegation der Christen aus der DDR ein »allgemeines, christliches Friedenskonzil« vorgeschlagen. Seine Anliegen stießen bei vielen engagierten Christen in den Kirchen der DDR wie auch der Bundesrepublik auf begeisterte Zustimmung und Aktionsbereitschaft, insbesondere in der Hochphase der Anti-Atom-, Bürgerrechts- und Friedensbewegung. Viele, die sich beteiligten, sehen in der Friedlichen Revolution vom November 1989 eine Frucht des konziliaren Prozesses