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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Der Meister, ganz neu entdeckt

Jazz. Es ist mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr, wenn sich Künstler aus einem musikalischen Genre Werke aus ganz anderen, oft nicht einmal benachbarten Sparten aneignen. Das kann ganz furchtbar enden, etwa wenn Symphonieorchester unter dem Schlagwort »Classic Rock« Rocksongs nachspielen und ihnen dabei jegliche Ecken und Kanten nehmen. Oder es kann so inspiriert sein wie bei den Easy Star All Stars, die Pink Floyds Jahrhundertalbum »Dark Side Of The Moon« in die Reggae-Welt transponieren und dem Ganzen dabei zusätzlich Seele einhauchen. In glücklichen Momenten erlebt man das Ausgangsmaterial auf eine ganz neue Art: Das ermöglicht jetzt der Ausnahme-Jazzbassist Dieter Ilg.

Bereits als Kind spielte Ilg Werke von Johann Sebastian Bach, als Übungen auf der Geige zu Hause und in Kirchen zur Gestaltung des Gottesdienstes. Später übte er Bach-Stücke während seiner klassischen Kontrabassausbildung. Nun hat er sich erneut an dessen Kompositionen gemacht, diesmal aber, um sie in sein heutiges Metier, den Jazz, zu übertragen. Gemeinsam mit seinen Begleitern Rainer Böhm am Piano und Patrice Héral am Schlagzeug hat er Bekanntes wie »Air« oder »Siciliano«, aber auch seltener Gehörtes wie das Cembalokonzert BWV 1052 oder eine Sarabande eingespielt.

Das Besondere dieser Bearbeitungen: Sie lassen den Systematiker, den streng strukturierenden Harmoniemeister Bach mit all seiner Opulenz hinter sich und schälen die leichten, filigranen Anteile aus seiner Musik heraus. Dabei kommen die schwebenden Melodien und ihre Bögen ganz neu zum Vorschein. Sie werden eingebettet in völlig andere musikalische Erzählungen, die zwar nie den Kontakt zum kompositorischen Grund und Boden verlieren, a