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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2016
Vertrumpt!
Wie die Populisten die Welt erobern
Der Inhalt:

»Umwelt ist ein Luxusthema«

von Bernhard Pötter vom 18.11.2016
Der beste Klimabotschafter? Ein Konservativer mit bürgerlicher Botschaft, sagt Kommunikationsexperte George Marshall

Publik-Forum: Herr Marshall, warum ist Klimaschutz so schwer zu vermitteln?

George Marshall: Da gibt es zwei Probleme. Das erste: Es geht um Wissenschaft, und viele Leute fühlen sich damit unwohl. Sie haben Naturwissenschaften schon in der Schule gehasst und sind froh, ihnen im Alltag nicht zu begegnen. Und Wissenschaftler reden ja auch ganz anders als etwa Politiker. Sie sagen nicht: »So ist es!«, sondern: »Im Licht unserer Erkenntnisse können wir mit einiger Sicherheit sagen …« Niemand redet so, wenn er andere überzeugen will. Der zweite Fehler: Klima startete als Umweltthema, von Aktivisten vorangetrieben, von Umweltministerien behandelt, von Umweltjournalisten berichtet. Aber im Kopf der meisten Menschen gibt es wichtige Dinge und Luxusdinge. Wichtig sind Wirtschaft, Arbeit, Familie, Sicherheit. Umwelt ist für viele ein Luxusthema.

Wie sähe denn eine ideale Klimakommunikation aus?

Marshall: Der ideale Kommunikator wäre ganz anders als die Leute, die das momentan machen. Hier in Großbritannien etwa müssen wir die Konservativen vom Klimathema überzeugen. Dafür hätte ich gern bekannte Konservative. Keine Umweltschützer, sondern Leute, die darüber reden, warum Klimaschutz wichtig ist für den nationalen Stolz. Sie könnten betonen, wie wichtig es ist, das zu erhalten, was uns als Briten ausmacht: unsere Familien, unsere Landschaft und dass wir Veränderungen brauchen, die unsere Wirtschaft im 21. Jahrhundert stärken.

Sie fordern positive Erzählungen. Wie sollen die aussehen angesichts einer drohenden Klimakatastrophe?

Marshall: Wir wissen noch nicht, wie man Menschen dazu bringt, so schnell den sozialen Wandel zu organisieren, wie es angesichts des Klimawandels notwendig ist. Aber bei Ihnen in Deutschland gibt es ein gutes Beispiel für eine positive Erzählung: die Energiewende. Die ist nicht nur positiv, sondern auch sehr deutsch.

Was meinen Sie damit?

Marshall: Meine Idee von Deutschland ist: der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Mauerfall, das gehört zur nationalen Identität. Das haben die Deutschen geschafft mit harter Arbeit, dem Können ihrer Ingenieure und praktischer Kreativität. Das sind Dinge, in denen Deutschland immer noch sehr stark ist. Di

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