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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2015
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 20.11.2015

Gerhard Sauter
Schrittfolgen der Hoffnung
Gütersloher Verlagshaus. 272 Seiten. 29,99 €

Der renommierte achtzigjährige Bonner Theologe Gerhard Sauter legt ein besonders originelles Buch über die Liebe Gottes zu den Menschen vor: In der Liturgie erneuere Gott sein Ja zu den Menschen, indem er im Kirchenjahr präsent ist und dennoch ständig über sich hinausweist. Die großen Feste der Christenheit werden als Portale einer Kathedrale beschrieben, durch die Menschen eintreten können in die Gegenwart Gottes. In den einzelnen Kapiteln finden sich kunstvolle Zwischenverstrebungen zwischen der Liturgie, ihrer historischen Entwicklung, der biblischen Basis und dem Festgeheimnis. Wie die bildende Kunst sieht der Autor das Kirchenjahr als eine Möglichkeit an, in den christlichen Glauben einzuführen. Das Buch wird manches Pfarrer- und Organistenherz erfreuen, auch liturgisch interessierte Laien finden hier neues, klar und übersichtlich zusammengestelltes Wissen. Bettina von Kienle

Luise Metzler
Das Recht Gestorbener
Rizpa als Toralehrerin für David. LIT. 444 Seiten. 44,90 €

Luise Metzler hat sich in ihrer preisgekrönten Dissertation derjenigen angenommen, die keine Stimme mehr haben: der Toten und Getöteten. Sie zeigt anhand ihrer neuen Übersetzung von zentralen Passagen aus dem Buch Deuteronomium, wie sorgsam der Umgang mit Toten in der Bibel beobachtet wurde. Die bisher weit verbreitete Übersetzung: »Wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht«, greife zu kurz. Es gehe darum, dass allen, auch Gehenkten, eine menschenwürdige Bestattung zusteht. Dieses Recht wird biblisch mit der Ebenbildlichkeit zwischen Gott und Menschen untermauert. Durch anschauliche Sprache und geduldige Erzählweise wird dieses an sich schwer verdaubare Thema spannend entfaltet. Dies zeigt sich vor allem an der Geschichte Rizpas (2 Samuel 21). Rizpa, eine Nebenfrau Sauls, wagte es – ähnlich wie Nathan –, David auf seine Schuld hinzuweisen, da er das Recht Getöteter verletzt hatte. So wird nebenbei eine feministische Re-Lektüre der Rizpa entwickelt, einer Thoralehrerin, die die Gewalt des Königs kritisiert. Luzia Sutter Rehmann

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