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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

ABC der Spiritualität: Xwie XXL-Pfarrei

In vielen katholischen Bistümern werden derzeit mehrere kleine Kirchengemeinden zu einer großen Einheit zusammengelegt. Die Großpfarreien, die dabei entstehen, werden umgangssprachlich als »XXL-Gemeinden« bezeichnet. Der Abschied von der kleinen Ortsgemeinde mit je »eigenem« Pfarrer wird vielerorts mit Trauer und Sorge begleitet. Entgegen der Befürchtung, dass damit eine spirituelle Verödung der Gemeinden einhergehe und Möglichkeiten zur Mit sprache eingeschränkt würden, verweisen Befürworter auf die spirituellen Chancen dieses Wandlungsprozesses. Durch den Priestermangel (und zunehmend auch Mangel an Seelsorgern und Seelsorgerinnen), den gesellschaftlichen Wandel, die Schrumpfung, Überalterung und Milieuverengung der Gemeinden bedürfe die bisherige Pfarreistruktur dringend einer Reform.

Die XXL-Pfarrei muss keineswegs als zentralisierte entworfen werden, bei der viele kleine Gemeinden von einer großen verschluckt werden. Sie kann vielmehr den organisatorischen Rahmen für ein lebendiges, dezentrales Netzwerk aus vielen Gemeinden, anderen Orten kirchlichen Lebens und Projekten darstellen. So eröffnet sie Chancen für eine partizipative Pastoral wie auch zur Entwicklung und Integration anderer Formen kirchlichen Lebens. Damit das möglich wird, muss die XXL-Gemein-de eine Kultur des Vertrauens in gegenseitigem Respekt, gelebter Vielfalt und in Solidarität mit der Kirche als Ganzem entwickeln. So kann sie zum Erlebnisfeld eines konkreten Wirkens des Heiligen Geistes werden.

Die XXL-Pfarrei erleichtert die koordinierte Zusammenarbeit in den bisherigen Gemeinden, verbessert die Kommunikation und gibt neuen Ideen, die bisher nur von wenigen getragen wurden, eine breitere Basis. Bei Seelsorgern und Gemeindem