Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Befreiung im Raupenkostüm

Roman. Minirock, das Bekenntnis eines Germanistikprofessors zu seiner Schuld während der NS-Diktatur, der Schock nach dem Attentat auf Rudi Dutschke: Im dritten Band ihrer Roman-Autobiografie führt Ulla Hahn in die 1960er-Jahre an der Uni Köln. Hier erlebt Hilla Palm, ihr Alter Ego, Jahre der persönlichen Befreiung, Heiterkeit und einer großen Liebe.

Die beiden vorangegangenen Bücher schilderten Kindheit und Jugend als Geschichte eines Kampfes um ihre Begabung. Hilla/Ulla liebt schon als kleines Kind Wörter, bald auch Sätze und Bücher. In ihrer Familie am Rhein ist das unerhört. Bücher? Bildung? Wenn es gut geht, ignorieren ihre Eltern ihre Entdeckungen, wenn es schlecht geht, schlagen sie sie dafür.

Im zweiten Band, »Aufbruch«, brach ein Ereignis nahezu ihren Lebenselan: Auf einer Lichtung wurde sie vergewaltigt. Fortan tilgte sie alles, was ihr Freude machte, selbst die geliebten Bücher, aus ihrem Leben. Die »Lichtung« schien zu siegen.

Ohne Hoffnung, aber mit pragmatischer Neugier beginnt Hilla/Ulla nun in »Spiel der Zeit« ihr Germanistik-Studium in Köln. Weil sie sich nicht zeigen mag, bastelt sie sich an Karneval ein unförmiges Raupen-Kostüm – und findet Hugo, der als Käfer verkleidet ist. Mit Hugo bewegt sie sich sachte auf eine Liebe zu, die sie ihrer Gewalterfahrung abtrotzen, gegen Ansprüche von zeitbedingt libertärem Sex schützen und vor Hugos Geldadel-Familie verteidigen muss. Außerdem erlebt sie als Katholikin die starre Seite der Religion, als ihre beste Freundin schwanger wird.

Viel Stoff also für zarte, witzige, lebensvolle Szenen, die leicht, klar und anrührend erzählt sind. Es endet mit einem Happy Begi