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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Vogelfrei im Internet

Die Videoplattform Youtube leitet Personendaten an radikale Verfolger weiter

Eigentlich ist das Internet eine großartige Sache: Alle können sich an allem beteiligen. Jeder kann mit fast jedem kommunizieren. Und mit Geschick kann aus der Informationsflut, die das Netz bietet, herausgefiltert werden, was man wirklich braucht.

Andererseits gibt es Fälle wie diesen: Auf Youtube sendet Al Hayat TV. Das Programm wirft kritische Blicke auf den Islam, vor allem aber den Islamismus. Der Koran wird historisch-kritisch gelesen, politische Sendungen sorgen für offene Debatten. Dann meldet sich bei der Copyright-Abteilung von Youtube, einer hunderprozentigen Google-Tochter, jemand unter dem Namen »FirstCrist, Copyright« und behauptet, der Sender habe das Urheberrecht verletzt. Youtube droht Al Hayat TV daraufhin mit Schließung – außer, man reiche eine Gegendarstellung ein. Diese würde dann mit allen persönlichen Daten der Gegendarsteller an den Beschwerdeführer weitergeleitet: Name, Wohnort usw. Al Hayat TV findet sich mit Bauchschmerzen zur Gegendarstellung bereit. Das Ergebnis: Schon zwei Tage später prangen Fotos, Namen und persönliche Daten zweier bekannter Köpfe des Senders auf der Website von Al Qaida. Sie werden mit dem Tode bedroht. Hinter »FirstCrist, Copyright« versteckte sich eine Mörderbande.

Der Fall zeigt: Das Internet ist nicht nur eine großartige Sache. Es ist auch ein gefährlicher Ort. Juristisch ist Youtube – leider – kein Vorwurf zu machen. Die Videoplattform darf sich auf ihre Rolle als »Host Provider« berufen, der da sagt: Ich muss einen Beschwerdeführer nicht überprüfen. Das aber muss sich ändern. Wie lange ertragen wir es noch, dass die Rechtsprechu