Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Leben will weiterleben

Dem Menschen gibt nur die Liebe Ewigkeit

Der Tod erhält wie das Leben seinen Sinn allein durch die Liebe, die dann über den Tod hinausreicht. Was aber ist die Liebe? In der Liebe entdecken wir, dass wir einander not-wendig sind. Nur die Liebe kann zum Leben erwecken. Sie kann uns glauben machen, dass das Leben ewig sei. Nur in ihr ist das kleine Ich eines Menschen so wichtig, dass der ganze Himmel darauf wartet. Deshalb nennen wir die dahinterstehende Wirklichkeit »die Liebe selber«. Christen bezeichnen sie auch mit dem Wort »Gott«.

Im Wesen der Liebe ist ein Wort mit eingeschlossen, das immer und überall, wo Liebe sich ereignet, nachgesprochen wird, auch ohne Worte: »Ich bin für dich da.« In diesem Wort steckt noch ein anderes Wort, nicht ausdrücklich, aber nicht minder wirklich: »Ich bin so für dich da, dass du nicht sterben, das heißt, dass du nicht ganz aus meiner Gegenwart verschwinden kannst.« Ich lebe, also lebst auch du, selbst wenn du körperlich fern von mir bist, selbst über den Tod hinaus. Ich erhalte vielleicht keine Zeichen der Gegenwart. Aber zwischen uns braucht es keine Zeichen und keine Kontrolle. Was auch mit uns geschehen mag, es kann die in unserer Liebe eingeschlossene Ewigkeit und Unendlichkeit nicht zerstören.

Auch durch den Tod ist die Liebe nicht zu entmutigen und umzubringen. Wo die Sinne den Tod wahrnehmen, erkennen die Augen der Liebe die unverfälschte, unversehrte Gestalt, ein Hinübergehen in die Gegenwart der Ewigkeit. Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.

Ohne einen solchen Glauben an die Unsterblichkeit des geliebten Menschen wäre die Liebe nichts und ohnmächtig und der Tod alles und allmächtig. Entweder ist der Tod der Gipfelpunkt der Sinnlosigkeit – dann aber ist