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Berlin mit anderen Augen

Hochburg des Atheismus? Interreligiöse Stadtführungen zeigen die andere Seite der Stadt
von Christian Modehn vom 21.11.2014
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Die »Toleranzstraße« sucht man vergeblich im Verzeichnis Berliner Straßen. Vielleicht eine Sackgasse, in der einst die Prostitution geduldet wurde? Wer Näheres wissen will, sollte sich den »Stadtführern« anschließen, die unter dem Namen Cross Roads ihre Programme anbieten. Im Laufe eines »Stadtspaziergangs« erfährt man, dass die Große Hamburger Straße in Berlin-Mitte bis in die 1920er-Jahre »die tolerante Straße« genannt wurde. Denn dort gab es eine gute Nachbarschaft: Die Nonnen des katholischen Hedwig-Krankenhauses, die Pfarrer der Sophien-Kirche, die Lehrer der jüdischen Knabenschule sowie die Bewohner des jüdisches Altersheim lebten sozusagen in Rufnähe freundlich zusammen – bis die Nazis die Ausrottung der jüdischen Bürger durchsetzten. Das Altenheim wurde zerstört. Ein jüdisches Gymnasium ist nach der Wende wiederentstanden.

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