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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Ein Kofferraum voller Sinn

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 21.11.2014
Zehntausende beteiligten sich an der Aktion »Sinn-Puzzle« der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Entstanden ist ein Mosaik persönlicher Botschaften

Der Kofferraum von Ulrike Klorer ist voller Sinn. Mehr als zweitausend DIN-A4 große Puzzleteile stapeln sich in ihrem dunkelblauen Wagen. »Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen«, steht auf einem dieser Puzzleteile. »Familie, Liebe, Freunde, Arbeit«, steht auf einem anderen, das mit bunten Stoff-Blumen beklebt ist. Ulrike Klorer ist Regionalsekretärin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und auf dem Weg nach Duisburg. Dort werden die Puzzleteile, die sie geladen hatte, zusammengefügt mit all den anderen, die von vielen verschiedenen Menschen gestaltet wurden als Antwort auf die Frage: »Was bedeutet sinnvoll leben?«

Der Sozialverband KAB hatte Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, bei diesem »Lebens-Puzzle« mitzumachen und die eigenen Vorstellungen eines sinnerfüllten Lebens auf ein Puzzleteil zu schreiben, zu zeichnen oder zu basteln. 40 000 Puzzleteile hat die KAB dafür seit Frühjahr verteilt. »Die Aktion ist wahnsinnig gut angenommen worden«, freut sich die KAB-Bundesvorsitzende Regina Dolores Stieler-Hinz, »ungefähr 35 000 Puzzleteile sind an uns zurückgeschickt worden.« Sie wurden zuvor auf Stadtfesten und in Schulen verteilt, in Rathäuser und Einkaufszentren gebracht, Politikern zugeschickt und in Kindergärten bemalt. Zum großen Finale in Duisburg wurden die Teile zusammengefügt – entstanden ist ein Gedankenmosaik auf einer Fläche von vier Fußballfeldern.

Und worin sehen die Menschen nun den Sinn des Lebens? Die KAB hat das noch nicht ausgewertet, aber eines ist schon jetzt erkennbar: Der große Stellenwert, den Familie und Freunde einnehmen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Antworten der »Sinnpuzzler«. Viele wünschen sich, mehr Zeit für die Liebsten zu haben.

Kinder hätten die Sinnfrage oft viel spontaner beantwortet als Erwachsene. »Im Laufe der Jahre decken wir diese Frage eher zu denn auf«, meint Stieler-Hinz. Die Kleinsten aber setzen sich hin und malen die Sonne, Blumen und ihre Familien, erzählt sie. Ein junger Mann hingegen, der auf die Aktion angesprochen wird, sagt: »Und was, wenn man den Sinn des Lebens für sich noch nicht gefunden hat? Dann könnte man sich durch diese Aktion unter Druck gesetzt fühlen.« Das will die KAB nicht, vielmehr will sie dazu anregen, sich damit zu beschäftigen. »Es ist ja eine elementare Lebensfrage und momentan auch Zeitgeist, sich damit auseinand

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