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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

»Das ist nicht harmlos«

Pornografie ist so leicht zugänglich und verbreitet wie nie zuvor. Jugendliche konsumieren die einschlägigen Filme am Computer oder Smartphone. Doch welche Folgen hat das? Fragen an die Psychotherapeutin Tabea Freitag

Publik-Forum: Jeder, der heute mit Schülern zu tun hat, weiß, dass Pornokonsum unter Jugendlichen gang und gäbe ist. Internetpornos gehören insbesondere für Jungen aller Schichten zum Alltag wie Computerspielen oder Fußball. Müssen wir uns darüber Sorgen machen?

Tabea Freitag: Ich mache mir auf jeden Fall Sorgen darüber. Die Generation der 11- bis 19-Jährigen wächst quasi ohne Schutz mit Internetpornografie auf; etwa die Hälfte der 12- bis 13-Jährigen, die ein internetfähiges Smartphone haben, gucken auch Pornos damit. Eine soziale Kontrolle gibt es nicht, eine Altersbeschränkung auch nicht. Dabei dürfen pornografische Inhalte für Jugendliche unter 18 Jahren eigentlich gar nicht zugänglich gemacht werden, denn sie fallen unter das geltende Jugendschutzgesetz.

Halten Sie Internetsperren für den richtigen Weg?

Freitag: Ein verbindlicher Filterschutz wäre zumindest ein Signal, das zeigt, dass der Gesetzgeber den Jugendschutz überhaupt noch ernst nimmt. Aber das reicht nicht. Wir müssen anfangen, mit Jugendlichen ins Gespräch über Pornografie zu kommen, sie in ihrer gesunden Intuition stärken und über die Risiken aufklären. Bei der Aufklärung über Pornos sind wir aktuell in einer ähnlichen Situation wie in den 1950er-Jahren bei der Aufklärung über Gesundheitsrisiken beim Rauchen.

Selbst in staatlich geförderten sexualpädagogischen Schriften wird der Umgang mit Pornografie sehr gelassen gesehen und die Alltäglichkeit von Pornos als Ausdruck sexueller Zivilisierung begriffen, auch bei Jugendlichen …

Freitag: … den Jugendlichen ist nicht bewusst, dass si