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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2012
Leben gegen die Angst
Die Gesellschaft ist gelähmt. Doch die Kirchen nutzen ihre Kraft nicht
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 23.11.2012

Marlene Rupprecht und Katja Dörner, Kinderbeauftragte der SPD beziehungsweise der Grünen, haben einen alternativen Gesetzentwurf zur Beschneidung minderjähriger Jungen vorgelegt. Danach soll Eltern die Beschneidung erlaubt werden, sofern der Junge 14 Jahre alt und damit einsichts- und urteilsfähig ist. Zudem soll die Beschneidung nach den Regeln der ärztlichen Kunst durch Kinderchirurgen und mit Schmerzmitteln erfolgen. Zur Begründung heißt es, bei Riten, »die das Kind dauerhaft physisch schädigen oder kennzeichnen«, gebe es kein Entscheidungsrecht der Eltern. Man hoffe, über diesen Punkt eine »gute und kritische Debatte« mit der jüdischen Gemeinschaft führen zu können, erklärte Dörner.

Oury Jalloh, in einer Dessauer Polizeizelle verbrannter Afrikaner, bleibt ein Opfer mit ungeklärter Todesursache. Menschenrechtsorganisationen sehen den Strafprozess um seinen Tod als »weitgehend gescheitert« an. Weder die Staatsanwaltschaft noch das Landgericht Magdeburg seien den »offensichtlichen Widersprüchen« bei dem Brand im Jahre 2005 nachgegangen, kritisierten die Liga für Menschenrechte und das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Die Aufklärung werde lediglich vorgetäuscht. Obwohl die Hypothese, dass Jalloh seine Matratze in der Zelle selbst angezündet habe, während des Prozesses erschüttert wurde, hielten Richter und Staatsanwälte weiter daran fest. Einer der wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagten Polizeibeamten wurde bereits freigesprochen.

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