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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2012
Leben gegen die Angst
Die Gesellschaft ist gelähmt. Doch die Kirchen nutzen ihre Kraft nicht
Der Inhalt:

Fairtrade macht Schule

von Benjamin Schuke vom 23.11.2012
Wie junge Leute sich für die Ärmsten einsetzen

Das katholische Gymnasium Suitbertus in Düsseldorf ist als erste deutsche Schule mit dem Zertifikat Fairtrade-School ausgezeichnet worden. Dieser Titel geht an Schulen, die sich besonders für fairen Handel einsetzen. Vergeben wird er vom Kölner Verein TransFair, der sich seit 20 Jahren für die Vermarktung von Produkten einsetzt, die durch höhere Preise die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ärmsten Länder verbessern. Die britische Schwesterstiftung Transfair Foundation zeichnete mittlerweile 861 Schulen aus.

Mehrere Kriterien müssen erfüllt werden, um den Titel Fairtrade-Schule zu bekommen. Dazu gehört der Verkauf fair gehandelter Produkte wie Kaffee, Süßigkeiten und Textilien sowie die Gründung von Fairtrade-Schulteams, in denen Lehrerinnen und Lehrer, Lernende und Eltern sich Gedanken machen, was sie selbst tun können. Weiterhin soll es im Jahr mindestens eine Schulaktion zum Thema geben.

Das Team in Düsseldorf ist die Fairtrade-AG. Ihr gehört auch der 19-jährige Benedikt Sondermann an: »Angefangen hat das alles, als ich im Firmungsunterricht davon gehört habe, dass Kinder bei der Kakaoherstellung eingesetzt werden«, sagt er. Danach sei er mit mehreren Schülern Mitglied im Verein Fairtrade Düsseldorf geworden. »Wir haben später zum Valentinstag fair gehandelte Rosen in der Schule verkauft. Nun wollen wir das am 6. Dezember mit Schoko-Nikoläusen wiederholen«, sagt der engagierte Schüler. Neben fairen Schul-T-Shirts gibt es nun auch einen neuen Süßigkeitenautomaten in der Schule. Der Fair-o-mat funktioniert sogar ohne Strom. Hier wird nicht nur mit der Förderung der Ärmsten Ernst gemacht, sondern auch mit der Schonung von Ressourcen.

Fairtrade-Schulen müssen Bildungsarbeit zum fairen Handel leisten. Hierfür halten die Schüler selbst eine Unterrichtsstunde in verschiedenen Altersstufen und Fächern ab. »Wir klären die Schüler im Religionsunterricht über die Kooperativen der Kleinbauern auf und machen deutlich, wie sich die Preise bei den fairen Produkten zusammensetzen«, sagt Benedikt Sondermann. »Manchmal halten wir unsere Vorträge auch in der Politik- oder Erdkundestunde.«

Unterstützung erhalten sie dabei von Matthias Schmitz-Arenst. D

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