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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Ohren zu und durch

von Barbara Jentzsch vom 04.05.2012
Kein Protest gegen den Haifisch-Kapitalismus: Die »Occupy-Wall- Street«-Kampagne rauscht an Amerikas Kirchenfürsten vorbei
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Occupy Wall Street«, die erfrischende neue Bewegung für wirtschaftliche Gerechtigkeit, hat in Hunderten amerikanischer Städte und Gemeinden Fuß gefasst. Doch Amerikas katholische Bischöfe zeigen der Kampagne gegen die grotesk gewachsene Ungleichheit die kalte Schulter. Drei Tage hätten sie Zeit gehabt, auf ihrer Jahreskonferenz in Baltimore Mitte November zum Beispiel dem jüngsten kapitalismuskritischen Vatikan-Papier Nachdruck zu verleihen oder vielleicht an die eigene, schon vor 25 Jahren abgefeuerte Kritik zu erinnern. Aber im Krisenjahr 2011 ähnlich robust Stellung zu beziehen, davor drückt sich die Oberhirtenrunde. Zur Kampagne »Wir sind 99 Prozent« hat die Bischofskonferenz nichts beizutragen.

Beredtes Schweigen herrscht auch in den oberen Etagen der meisten anderen Kirchen. Dort hofft man