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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Detroit kann sehr hart sein

Das Zentrum der alten Autostadt verkommt zur Geisterstadt. Ein Kloster und eine Kirche kämpfen gegen den sozialen Niedergang

Es ist wie ein Gebirge aus Glas und Stahl, das sich am Ufer des Detroit River in die Höhe erhebt: Die Konzernzentrale von General Motors, dem einst größten Autobauer der USA. Hier ist Downtown, und Jeanette Pierce sagt, dass »architektonische Schätze« wie das »Fisher Building« am Grand Boulevard mit seinem Jugendstil-Dekor viel zu wenig bekannt seien. Und dass sich mittlerweile doch 125 Bars und Restaurants auf einer Quadratmeile fänden. Jeanette ist eine der Akteure, die versuchen, der alten Auto-Industriestadt wieder Leben einzuhauchen – »Inside Detroit« nennt sich ihr vor Kurzem gegründetes Projekt: Stadtführungen von Menschen, die noch in der Stadt leben.

Die gibt es immer weniger, seit vor Jahrzehnten der Niedergang der amerikanischen Schwerindustrie begann und die Leute fortzogen, aus den Städten des »Rostgürtels«. Detroit hat so die Hälfte seiner ehemaligen Einwohner verloren, in Downtown leben heute noch gerade 7000 Menschen. Teilweise erweckt das Stadtzentrum den Eindruck einer Geisterstadt: Hochhäuser, deren fünfzig Etagen leer stehen, die Fensterscheiben blind und die Eingänge vernagelt. Die Uhr im ehemaligen Bankgebäude an der Ecke Lafayette Boulevard/Griswald Street ist stehen geblieben, seitdem zeigt sie 12.40 Uhr an. Ebenso unverändert steht »Zu verkaufen« an dem Gebäude. Rund um den »Capitol Park« macht sich vor allem eines bemerkbar: geschlossene Geschäfte. Auf dem Platz sitzen einige Schwarze auf den Bänken. Umgeben von ihren Plastiktüten trotzen sie dem kalten Wind, der manchmal durch die Straßen bläst.

Das Erscheinungsbild wird nicht wirklich lebendiger, wenn man sich in den Nordosten der Stadt begibt, hinaus zum »Eastern Market«. Dann fährt man durch Woh