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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Lieber Herr Müller!

Sie haben mir geschrieben, weil Sie sich in seelischen Nöten befinden. Wie Sie ausführen, leiden Sie an einem Gefühl der Bedeutungslosigkeit, weil Sie beruflich weder einer Kommission noch einer Arbeitsgruppe angehören und auch im sozialen Alltag noch kein Netzwerk oder keinen Initiativkreis gefunden haben, dem Sie sich gerne anschließen würden. Das macht Ihnen Angst und raubt Ihnen die Lebensfreude.

Ihr Problem ist in der Tat gravierend. Ihnen ist ein wesentlicher Aspekt Ihres Egos abhandengekommen: das Gruppen-Ego. Schon Sigmund Freud konstatierte, dass das Ich, wenn es nicht durch das Gruppen-Ego flankiert und durch das teamale Über-Ich gesteuert wird, in Depression und Sinnverlust verenden kann.

Das für Sie Bedrückende ist: Sie wollen ja durchaus in Kommissionen und Arbeitskreisen mitarbeiten, sind aber bislang nicht in diese berufen worden. Gerade in Zeiten, da Teamfähigkeit, Teambereitschaft und gruppales Miteinander unverzichtbare Persönlichkeitsqualitäten sind, um leben, ja überleben zu können, ist Ihre diesbezügliche Mangelerfahrung ein Grund zur Besorgnis.

Ich empfehle Ihnen als wichtigen ersten Schritt, sich zwei- bis dreimal in der Woche mit Ihren beiden Schildkröten und den drei Meerschweinchen zusammenzusetzen – sozusagen als kompensatorische Einstiegshilfe für gruppenbezogene Aktivitäten. Des Weiteren wäre es hilfreich, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz mehrere Vorschläge für neu zu gründende Kommissionen und Arbeitskreise unterbreiten würden. Solch eine Initiative kommt bei Vorgesetzten erfahrungsgemäß sehr gut an. Sie müssen einfach die Initiative übernehmen und den ersten Schritt tun.

Ich kenne einen Coach, der Sie bei der Ideensammlun