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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Die anderen Frauen

von Ursula Lux vom 04.05.2012
Zwei Studentinnen zeigen ein neues Bild vom Nahen Osten

»Die Medien lassen viele Menschen glauben, dass es in Palästina nur Terrorismus gibt und die Frauen hier ungebildet und stumm sind. Aber das sind wir nicht!« Das sagte die Kapitänin der Frauenfußballmannschaft Palästinas in einem Interview. Tatsächlich wissen die Menschen in Europa fast nichts über das Leben der Frauen im Nahen Osten – weder über das Unrecht, das ihnen geschieht, noch über ihr Selbstbewusstsein und ihre Stärken. Zwei Studentinnen der Orientalistik und der Politikwissenschaft aus Erlangen haben beschlossen, das zu ändern: Stefanie Bader und Sahar Sarreshtehdari zeigen in Deutschland ein realistisches Bild dieser Frauen. Und sie haben eine Menschenrechtsgruppe für die Stärkung von Frauen gegründet: Voice for woman’s worth.

Der 21-jährigen Sahar wurde die Auseinandersetzung mit Politik und Frauenrechtsfragen quasi in die Wiege gelegt. Ihre Eltern waren vor ihrer Geburt aus dem Iran geflohen. Die 23-jährige Stefanie brach nach dem Abitur auf, um durch Tansania, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate zu reisen. Die Begegnung mit einem halbverhungerten Mädchen in Tansania veränderte Stefanies Weltsicht: Sie wollte etwas ändern. Im Studium lernten sich die beiden kennen, und bei ihrem gemeinsamen Auslandssemester in Israel kam den Studentinnen die entscheidende Idee: Mit viel Geduld und Engagement interviewten sie Frauen aus Israel und Palästina. Diese Frauenporträts brachten sie in Wort und Bild mit nach Deutschland, um sie einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Die erste Ausstellung in Erlangen war ein Erfolg. »Wir wussten ja gar nicht, dass es so etwas gibt«, kommentierte eine Besucherin die Lebensschicksale, die die jungen Frauen vorstellten.

Bei den Demonstrationen für die Unabhängigkeit Palästinas im März in Ramallah »gaben Frauen den Ton an«, stellten die beiden Studentinnen fest. Frauen seien es auch, die an den Grenzübergängen von Israel nach Palästina stünden und genau dokumentierten, wie lange die Grenze offen ist, wer herein und hinaus darf. Diese Frauen diskutierten auch oft mit den Polizisten und Militärs. »Sie werden anders wahrgenommen als die Männer, nicht so sehr als Bedrohung.«

Diese starken Seiten von Frauen im Nahen Osten wollen Sahar und Stefanie dokumentieren. Sie möchten Frauen eine Stimme geben und zeigen, dass jede ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat. Dafür werden sie weiter

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