»Zynisches Pokerspiel«
Gewerkschaften und Kirchen zeigen sich bestürzt über die überraschende Entscheidung des US-Autokonzerns General-Motors (GM), Opel doch nicht zu verkaufen. »Die Art und Weise, wie hier über Monate hinweg Katz und Maus gespielt wurde, ist für Außenstehende nicht nachzuvollziehen. Auf die Mitarbeiter hat es wie ein zynisches Pokerspiel« gewirkt, sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung. Die Betriebsräte befürchten einen massiven Stellenabbau in Deutschland. Der Opel-Mutterkonzern General Motors unterhält in Deutschland vier Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Insgesamt arbeiten dort rund 25 000 Beschäftigte. »Es ist Verrat auf ganzer Linie«, sagen die katholische Betriebsseelsorgerin Ingrid Reith und der evangelische Industriepfarrer Volkhard Guth in Rüsselsheim. Unberücksichtigt blieben das Engagement und der Einsatz der Arbeitnehmervertretungen an den europäischen Standorten. Das deutsche Mitbestimmungsrecht werde regelrecht vorgeführt. »Die Entscheidung von GM dokumentiert einen verantwortungslosen Kapitalismus, der sich an keinerlei Verpflichtungen gegenüber den Belegschaften gebunden fühlt; Eigennutz ist offensichtlich internationalisiert, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität hingegen sind es nicht.« Reith und Guth appellieren an die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, sich den Erpressungsversuchen durch GM zu widersetzen und entschlossen auf ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Konzept zu drängen.
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