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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2014
Heilende Tinte
Wie Schreiben befreit
Der Inhalt:

Freiheit, die sie meinen

von Thomas Schneider vom 07.11.2014
In Tunesien ist Wahlherbst. Das Land steht heute zwischen zwei Parteien: der islamistischen und der gestrigen. Die junge Generation aber will das nicht hinnehmen

Es war im Sommer, in einem Militärkrankenhaus in Tunesiens Süden, als die angehende junge Ärztin Inès Abid eine Vorstellung davon bekam, was der Kampf gegen den Terrorismus bedeutet. Da lagen vor ihr die Leichen von Soldaten, die im Kampf mit islamistischen Extremisten getötet worden waren. Wie fast alle ihre Landsleute schätzt Inès die Armee, weil die während der Revolution nicht auf das Volk geschossen und damit zum Sturz der Ben-Ali-Diktatur beigetragen hatte. Auch den Einsatz gegen die bewaffneten Gruppen, die die junge Demokratie destabilisieren wollen, billigt sie. Nun war die 25-Jährige persönlich damit konfrontiert. »Mir wurde klar«, sagt sie, »dass diese Kämpfe uns sehr nah sind.«

Aber welchen Schluss soll sie daraus ziehen? Das ist eine umstrittene Frage in diesem Herbst der Wahlen. Am