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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2014
Heilende Tinte
Wie Schreiben befreit
Der Inhalt:

Die Geldquellen der IS-Miliz

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 07.11.2014
Der »Islamische Staat« braucht nicht nur Kämpfer, sondern auch Geld. Wo kommt das her?

Wer sich mit der Frage beschäftigt, womit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eigentlich ihr Geld verdient, dem schlägt vor allem eins entgegen: Ratlosigkeit. »Der IS ist die reichste Terrororganisation der Welt«, sagt David Butter von der britischen Denkfabrik Chatham House. Schwindelerregende Zahlen geistern durch die Medien: Der IS verdiene allein durch den Verkauf von Öl zwischen einer und zwei Millionen US-Dollar täglich, besagen einige. Er verfüge insgesamt über zwei Milliarden US-Dollar, sagen andere. Bei genauerem Hinsehen jedoch wird deutlich: Eigentlich tappen die Experten im Dunkeln. »All diese Zahlen sind lediglich Schätzungen, nichts davon ist wirklich belastbar«, betont der Sicherheitsberater und Terrorismusexperte Florian Peil aus Berlin.

Fest steht: Der IS hat nicht nur genügend Geld für Waffen, sondern auch, um seine Kämpfer zu bezahlen, eine effektive Propagandamaschinerie zu betreiben und die eroberten Gebiete zu verwalten. Straßenlaternen müssen leuchten, die Müllabfuhr funktionieren, das öffentliche Leben muss aufrechterhalten werden. All das kostet.

Die Finanzierungsquellen der Gruppe sind schnell aufgezählt: Da wären einmal die Verkäufe aus Öl-Geschäften, dann exorbitant hohe Steuern, die der lokalen Bevölkerung abverlangt werden, und Einnahmen durch Eroberungszüge. Bekanntestes Beispiel: Durch die Eroberung von Mossul erbeutete die Terrorgruppe zwischen 320 und 420 Millionen US-Dollar in einer Filiale der irakischen Zentralbank. Auch am Schmuggel von Antiquitäten verdient der IS genauso wie durch Lösegeldzahlungen bei Entführungen und durch Spenden. Diese Geldquellen sind jedoch nicht alle gleich wichtig.

Der größte Teil der Einnahmen wird durch Ölverkäufe generiert, darin sind sich die Experten einig. Offen bleibt, wer genau das Öl kauft. Zu einem großen Teil werde es über die türkische Grenze geschmuggelt, doch auch das Assad-Regime selbst kaufe das Öl, vermutet Erin Marie Saltman vom Quilliam Institute in London. Unzählige Mittelsmänner sind in den illegalen Handel involviert, die Schmuggelnetze der Region gut ausgebaut und bestens organisiert. Während Salam Kawabiki vom European Institute for Research on Mediterranean and Euro-Arab Cooperation meint, das Öl werde über verschlungene Pfade in die ganze Welt verkauft, geht Sal

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