Besser lernen ohne Jungs?
Lange hat die Jury des »Deutschen Schulpreises« darüber diskutiert, ob eine Mädchenschule den Hauptpreis bekommen könnte. Die Arbeit mit Schülerinnen sei natürlich einfacher, weil sie meist disziplinierter seien als Jungs, meinte ein Mitglied. Ein anderer soll gefragt haben, was »da wohl für Rollenbilder vermittelt werden«. Doch nachdem das Konzept geprüft und die Schule inspiziert worden war, entschied sich das Gremium einstimmig, den Preis diesmal an die Anne-Frank-Realschule in München-Pasing zu vergeben. Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung ausgelobt, um herausragende pädagogische Konzepte zu würdigen. Neben dem besonderen Lernkonzept, das vor allem auf selbstständiges Lernen, Mitbestimmung und praktische Projektarbeit setzt, scheint gerade auch die Geschlechtertrennung zum Erfolg der Anne-Frank-Realschule beizutragen: »Es gibt sehr viel Evidenz, dass Mädchen sich im naturwissenschaftlichen Unterricht eher zurückziehen und den Jungen das Feld überlassen«, erläutert Bettina Hannover, Jury-Mitglied und Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung, »in getrennten Gruppen aber greifen Geschlechtsstereotype weniger.«
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