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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

Modell 5 : Ambulanter Dienst selbst verwaltet

Berlin. Einrichtungen und Dienste, die von Pflegekräften selbst verwaltet werden, sind rar. Dabei würden sie es doch ermöglichen, dass die Pflegenden ihre Arbeit so organisieren, wie sie es für richtig halten. Bei der Ambulanten Krankenpflege Berlin (AKB) sind sie diesen Schritt gegangen. Schon vor 36 Jahren. 1982 gründet eine Gruppe von Pflegerinnen und Pflegern den selbst verwalteten Betrieb. Irgendwann arbeiteten ausschließlich Frauen in der AKB, und dabei ist es geblieben. Die 15 Kollektivistinnen kümmern sich um dreißig bis vierzig Patientinnen und Patienten. Alle machen alles: Grund- und Behandlungspflege, Kochen, Putzen und Unterstützung im Alltag. Zudem bieten sie Sterbebegleitung zuhause an.

Betriebliche Entscheidungen werden auf dem wöchentlichen Plenum im Konsens getroffen. Eine Mitarbeiterin ist für das Büro zuständig, alle wirken an der Verwaltung mit und alle bekommen das gleiche Gehalt, das ungefähr dem Tarifgehalt entspricht. Urlaubs- und Weihnachtsgeld allerdings hängen von der finanziellen Situation des Kollektivs ab. Die Wege zu den Patientinnen und Patienten, die in der Nachbarschaft im Bezirk Schöneberg wohnen, legen die Mitarbeiterinnen mit dem Fahrrad zurück.

Alle Mitarbeiterinnen haben eine dreijährige Ausbildung als Kranken- oder Altenpflegerin und arbeiten gleichberechtigt zusammen. Einjährig ausgebildete oder angelernte Pflegehelferinnen oder Hauswirtschafterinnen gibt es nicht. Die Patientinnen und Patienten werden von einem festen Team aus vier bis fünf Pflegekräften betreut. Klingt viel, ist aber notwendig, um bei Krankheit und im Urlaub zu gewährleisten, dass nur diese vier oder fünf eine Patientin pflegen – un