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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2018
Mensch oder Profit
Woran die Pflege krankt. Und wie es besser geht
Der Inhalt:

»Das gibt mir Zuversicht«

von Sara Mierzwa vom 26.10.2018
Torben Flörkemeier und seine Truppe bringen Nachhaltigkeit auf die Bühne. Und die Zuschauer zum Schmunzeln

In einer Hütte im Schwarzwald beschloss ich mit Mitstudierenden: Wir machen Theater zum Thema Nachhaltigkeit. Das war 2012. Seitdem bin ich mit der Gruppe Scientific Theatre schon viele Male aufgetreten: bei Konferenzen, bei den Klimaverhandlungen in Paris oder bei Festen von Initiativen.

Ich fühle mich als Teil einer Generation, die am Scheideweg steht: Es gibt viele globale Krisen, die wir lösen müssten. Gar nichts tun – das kommt für mich nicht infrage. Aus Diskussionsrunden über den Klimawandel und andere globale Probleme bin ich früher oft deprimiert herausgegangen. Durch das Theaterspielen suchen wir spielerisch Lösungswege, und das gibt mir wieder Zuversicht.

Ich glaube, dass der Lebensstil von Menschen sich langfristig nur verändert, wenn auch die emotionale Ebene bei der Aufklärung angesprochen wird. Deshalb wollen wir die Zuhörer nicht nur auf der Kopf-Ebene ansprechen. Wenn ich von der Bühne aus in den Gesichtern der Zuschauer Tränen oder Lachen sehe, dann bin ich motiviert, weiterzumachen.

In unseren Stücken greifen wir Widersprüche im alltäglichen Handeln auf, schaffen lustige Vergleiche, improvisieren, musizieren und tanzen. Wir haben uns zum Beispiel mit dem Thema CO2-Steuer beschäftigt. In unserer Theaterszene dazu kommt ein Paar aus Europa vor: Wenn einer den anderen betrügt, dann bezahlen sie ein Paar im Ausland dafür, dass es zusammenbleibt. Weltweit wäre dann die emotionale Stimmung wieder ausgeglichen.

Wie wir auf solche Ideen kommen? Wir recherchieren den aktuellen Forschungsstand, tauschen uns aus, improvisieren in Kleingruppen und entwickeln die Ideen weiter. Auch aus der Erd-Charta, einem visionären Text, dessen Hauptanliegen es ist, einen Übergang zu einer nachhaltigen Lebensweise und zu menschlicher Entwicklung zu schaffen, nehmen wir oft Anregungen. Und wir bieten Workshops für Menschen an, die in ihrer Arbeit Theatermethoden für Nachhaltigkeitsthemen ausprobieren möchten.

Ich selbst entdecke durch das Spiel neue Perspektiven. Einmal spielte ich einen Investmentbanker. Zuerst stellte ich ihn übertrieben dar mit allen Vorurteilen, die ich hatte. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass auch der Investmentbanker in äußeren Zwängen steckt und eine Familie hat. Durch solche Aha-Erlebnisse beim Theaterspielen verstehe ich besser, wer

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