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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Süße Schokolade aus den Anden

von Knut Henkel vom 27.10.2017
Die bolivianische Genossenschaft El Ceibo zeigt, wie Kakaobauern ihr Leben verbessern können, wenn sie sich zusammenschließen. Zu Besuch bei einem Erfolgsprojekt des öko-fairen Handels

Die grünen Säcke mit dem Logo von El Ceibo stapeln sich bis zur Decke der Lagerhalle, in der Elvio Lanchipa gerade mit der Sackkarre hantiert. Er ist für den Nachschub für die Schokoladenfabrik verantwortlich, die sich nebenan befindet. Seinen Overall ziert auch das Logo der Genossenschaft, ein Tropenbaum, der besonders widerstandsfähig ist. Lanchipa ist, wie alle Mitarbeiter von El Ceibo, Genosse, also am Unternehmen beteiligt. Er kennt die Kakaoproduktion en détail und ist stolz darauf, dass die Genossenschaft aus dem Rohstoff Schokolade produziert. »Anfang des Jahres sind Osterhasen und Ostereier der Renner. Später werden dann Pralinen, Schokoriegel und Tafeln hergestellt, verpackt und eingelagert«, erklärt er stolz. Der Geschäftsführer der berühmtesten Schokoladenfabrik Boliviens, Nemión Condori Quispe, nickt zustimmend.

Mitte der 1990er-Jahre wurde sie hoch über La Paz errichtet. »Damals waren die Grundstückspreise noch bezahlbar, und von hier lassen sich die Exporte gut abwickeln, aber auch die Produktion gut koordinieren«, sagt der Mann von Anfang fünfzig. El Alto ist der quirlige Handelsplatz über Boliviens Verwaltungsmetropole La Paz. Er liegt 500 Meter über der in einen Talkessel gepressten Hauptstadt auf einer Hochebene. Dort produziert El Ceibo rund sechzig Schokoladenspezialitäten von der Tafel Edelschokolade über Pralinen und Schokoriegel bis zum Kakaopulver.

Die Kakaobohnen stammen aus der Region von Sapecho, einem Dorf rund vier Fahrtstunden von El Alto entfernt. Es liegt mitten im tropischen Regenwald. Wie alle der rund 140 Angestellten der Genossenschaft hat auch der Geschäftsführer ein Stück Land in der Region um Sapecho, wo er Kakao, Obst und andere Produkte des täglichen Bedarfs anbaut. Auf drei Hektar beläuft sich seine Kakaoplantage, in der die Schoten im Schatten von Urwaldriesen wachsen, bis sie gelborange und damit erntereif sind. Das ist ab Ende März der Fall. Dann läuft bis Anfang August die Ernte. Dabei werden die mehreren Dutzend Kakaobohnen, die im weißen, süßlich schmeckenden Fruchtfleisch liegen, von den Bauern herausgelöst und auf langen Tischen in der Sonne getrocknet, bis sie fermentieren.

Fast ausschließlich Bio

Die Gründergeneration der Genossenschaft war in den 1960er-Jahren aus den auf rund 4000 Metern gelegenen Bergbaustädten Oruro und Potosi in den nur 600 Mete

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