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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

Öko-Mobil, Veggie-Tage und ein Sündenfall

von Bernd Müllender vom 24.10.2014
Die Jugendbildungsstätte Rolleferberg in Aachen vermittelt Umweltbewusstsein und lebt es vor

Monika Bergendahl ärgert sich. Eines der Kids hat die Tür zum Innenhof sperrangelweit aufgelassen. Und die Lampen im verwaisten Speisesaal brennen auch noch. Energiesparleuchten, klar, aber dreißig Stück. »Kostet auch was«, sagt die Leiterin der Geschäftsführung der Jugendbildungsstätte. Nämlich Strom, Geld und ein Stück Glaubwürdigkeit. »Das macht einen blöden Eindruck – angesichts unserer Ansprüche.« Ansprüche heißt: nachhaltig, ganzheitlich, sozialverträglich und ökologisch zu handeln.

Bergendahl ist immer auf der Suche, wie sie ihren Rolleferberg noch verbessern kann. Dessen Werbemotto: »Mehr als ein Haus – katholisch. politisch. aktiv.« – Die Jugendbildungsstätte des Bundes der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am südlichen Stadtrand von Aachen gilt als Leuchtturm. Aber er könnte mehr strahlen: »Wir müssten es schaffen«, sagt die 45-Jährige, »unser Projekt noch näher an die Gäste heranzubringen, den Gedanken der Ganzheitlichkeit noch intensiver zu pflanzen.« Drei bis fünf Tage sind die Gäste im Haus. Nach Bergendahls Vorstellung sollen sie dabei auf den Geschmack kommen und auch zu Hause nachhaltiger leben.

Der Rolleferberg heizt mit Pellets und hat Sonnenkollektoren auf dem Dach. Gereinigt wird mit Bio-Putzmitteln. Behandelt werden Themen wie Klimawandel oder kritischer Konsum. Es gibt Fledermaus-Exkursionen, ein Öko-Mobil und Honig-Verkostungen.

Schulklassen belegen die 95 Betten, Jugendgruppen, kirchlich wie weltlich, auch mal Chöre oder Freizeitfahrten. Selbst der Kicker ist aus Vollholz, der Süßigkeitenautomat (»Fair-o-Mat«) nur mit Bioware bestückt. Und die Urinale funktionieren ohne Wasser, stattdessen mit Filtern. Da staunt der Pinkler. Nur der Hausmeister rümpft die Nase, wenn er die Filter wechseln muss.

Der Grundgedanke: »Bei Kindern wirkt das, was sie hautnah erleben, besonders gut.« Keine zehn Kilometer von der Aachener City entfernt liegt der Rolleferberg inmitten von Hügellandschaften, Wald und saftigen Wiesen am Rande der Voreifel. Der Hausbach plätschert vor der Haustür. Drei Veggie-Tage gibt es pro Woche. Aber wenn einer Gruppe danach ist, darf sie sich auch spontan einen Grillabend wünschen. Dann wird beim nahen Metzger eingekauft. Solche Sündenfälle verhindern bislang eine Zertifizierung als Ökobetrieb. »Voll öko wäre schön, aber wir verlören jede Flexibili

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