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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

VORGESPRÄCH: »Kunstwerke auf großer Leinwand«

von Curt Hondrich vom 24.10.2014
Warum lohnt ein Besuch der Leipziger DOK-Filmwoche? Fragen an den Festival-Direktor Claas Danielsen

Publik-Forum: Das Festival wird eröffnet mit dem Dokumentarfilm »Citizenfour« der amerikanischen Filmemacherin Laura Poitras. Warum gerade dieser Film?

Claas Danielsen: Der Film berührt viele Themen, die uns zurzeit beschäftigen: die umfassende Überwachung durch Geheimdienste oder die Frage der Bürgerrechte und der Möglichkeit, überhaupt noch als Mensch über die persönlichen Daten verfügen zu können. Und er ist sehr nah dran an Edward Snowden. Man erfährt hautnah, was die Veröffentlichung für ihn bedeutet, wie sehr er sich in Gefahr bringt.

Sie zeigen Dokumentarfilme über Syrien, über den Irak, über die Ukraine, also über Krisenherde der Gegenwart. Was ist das Besondere an diesen Filmen?

Danielsen: Wir zeigen keine Dokumentationen, wie sie im Fernsehen zu kulturellen oder wissenschaftlichen Themen zu sehen sind. Wir zeigen Dokumentarfilme, die Kinoqualität haben, die Einzelstücke sind, in denen Filmemacher ihr Thema sehr individuell aus ihrer eigenen Perspektive mit künstlerischen Mitteln umgesetzt haben.

Was sind das für Themen?

Danielsen: Viele Dokumentarfilmer aus 62 Ländern setzen sich mit den Themen auseinander, die uns auch in den Nachrichten beschäftigen. Aber sie gehen mehr in die Tiefe und versuchen Entwicklungen oder Phänomene unserer Zeit anhand von individuellen Schicksalen aufzuzeigen, um so einen emotionalen Zugang zu dem, was in unserer Welt passiert, zu ermöglichen.

Hat die politische Ausrichtung des Festivals etwas damit zu tun, dass es 1955 in der DDR gegründet wurde?

Danielsen: Das Festival war zu DDR-Zeiten eine wichtige Institution und für den Staat der Versuch, sich weltoffen zu zeigen. Sein Motto lautete: »Filme der Welt für den Frieden in der Welt«. Zum Beispiel war es so, dass Filme von Regisseuren aus Vietnam das erste Mal in Leipzig das Licht der Leinwand erblickten, dass Befreiungsbewegungen wie die PLO ihre Filme zeigten. Das war politisch hoch aufgeladen.

Und heute?

Danielsen: 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution sehe ich die Aufgabe des Festivals darin, natürlich auch Bewusstsein zu schärfen, wichtige Themen aufzugreifen und unserem Publikum die Möglichkeit zu biet

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