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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

Die Alufolie und das Gewissen

von Barbara Tambour vom 24.10.2014
Immer mehr Kirchengemeinden betreiben aktiv Umweltschutz. Der »Grüne Gockel« macht Energiesparen einfach. Schwieriger ist es, Gewohnheiten zu ändern

In Sachen Alufolie ist Fingerspitzen gefühl gefragt. Das ist Thorsteinn Gudmundsson klar. Er ist Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirchengemeinde Fahrnau-Kürnberg. Ehrenamtlich. Mit Alufolie wird nach Festen Kuchen und anderes, das übriggeblieben ist, eingepackt und Gemeindemitgliedern mit nach Hause gegeben. Eigentlich eine gute Sache. Doch Gudmundsson weiß, dass es sehr viel Energie braucht, die silberne Folie herzustellen. Und dass die Rohstoffgewinnung höchst problematisch ist. Deshalb will er die Alufolie durch anderes Verpackungsmaterial ersetzen, etwa Papier. Nicht er alleine. Die Kirchengemeinde als Ganzes hat beschlossen, sparsamer mit Ressourcen umzugehen. Vor drei Jahren war das. Die nahe Lörrach im äußersten Südwesten Deutschlands gelegene Gemeinde feierte damals gerade ihr hundertjähriges Jubiläum. Und wollte neben aller Rückschau vor allem eins: etwas Nachhaltiges für die Zukunft anstoßen. Der Kirchengemeinderat beschloss deshalb, das Projekt »Grüner Gockel« anzugehen.

Der Grüne Gockel ist ein Umweltmanagement-System für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie für kirchliche Einrichtungen. Es hilft, den Energieverbrauch zu senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Mehr als 700 evangelische und katholische Gemeinden haben sich schon daran beteiligt.

Einmal im Monat liest Gudmundsson die Strom- und Gaszähler in Kirche und Gemeindehaus ab. Die Daten gibt er online in ein Programm ein, das sie automatisch auswertet. »Es gibt sehr gute Hilfestellungen von der Landeskirche in Karlsruhe«, sagt der gebürtige Isländer. Man brauche keine Vorkenntnisse, sondern könne sich in alles einarbeiten.

Gleich zu Beginn kam ein Gutachter zum Energiecheck in die Gemeinde. Er schaute alle Gebäude an und machte Vorschläge: Wie die Fußbodenheizung im Gemeindehaus besser eingestellt werden könnte. Und dass ein neuer Getränkekühlschrank viel weniger Strom verbrauchen würde. »Wir haben uns auf das konzentriert, was wenig kostet, aber viel Einsparung bringt«, berichtet Gudmundsson.

Dabei wurde viel diskutiert – mit Gemeindemitgliedern ebenso wie mit dem Kirchengemeinderat: »Das ist notwendig. Nur wenn viele mitmachen, klappt es«, ist Gudmundsson überzeugt. Für ihn ist Umweltschutz vor allem eine Frage der Einstellung: »Der Einstellung der Geräte, die Energie verbrauchen – und unserer persönlichen Einstellung zum Umgang mit endlichen Ressou

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