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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Hoffen und Widerstehen

Fünfzig Jahre nach dem Konzil: Die Konziliare Versammlung der kritischen Christinnen und Christen in Frankfurt am Main. Suche nach Orientierung und kontroverse Debatten. Neuer Mut, Wärme und Leidenschaft für eine herrschaftsfreie Kirche, die politisch wach auf der Seite der Armen steht

Doch, es waren auch ein paar jüngere Leute unter den vielen hundert meist ergrauten oder weißhaarigen älteren Frauen und Männern, die sich am vergangenen Wochenende in Frankfurt am Main zur »konziliaren Versammlung« eingefunden hatten. Zum Beispiel eine 25-jährige Theologiestudentin aus der Nähe von Frankfurt. Das Wort »Widerstand« im Motto des viertägigen Treffens hatte sie angelockt. »Zeichen der Zeit – Widerstand und Hoffnung«, so hatten die über dreißig ganz unterschiedlichen katholischen wie ökumenischen Gruppen und Initiativen ihr kleines Konzil von unten überschrieben. Es sollte dem aus ihrer Sicht vernachlässigten politischen und innerkirchlichen Veränderungspotenzial des Zweiten Vatikanischen Konzils nachspüren, dessen Eröffnung sich im Oktober zum fünfzigsten Mal jährte (Publik-Forum 17/2012). »Es gibt sehr konservative Entwicklungen in meiner Kirche, aber auch in der Gesellschaft, die mir nicht gefallen«, sagt die katholische Studentin und erhofft sich von dieser Kirchenvolksversammlung Impulse für eine andere Kirche, aber auch für sich persönlich. »Außerdem möchte ich mal Hans Küng hören«, fügt sie lächelnd hinzu.

Auch eine Gruppe Studierender aus der Schweiz hat den Weg nach Frankfurt gefunden. Die jungen Leute – darunter eine Muslima – befassen sich mit der Religionswissenschaft. »Wir schauen uns zusammen mit unserem Dozenten unterschiedliche Gruppierungen in den Kirchen an«, sagt eine von ihnen. »Und hier sind ja die linken Katholiken«, ergänzt der einzige Mann in der Gruppe und bekennt, von einer »Kirche von unten« bislang noch nichts gehört zu haben, obwohl er selbst katholisch sei.

Nach der Eröffnungsveranstaltung in der restlo