Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Vertrauen wir auf die Macht der Tat

Nur wenn die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils weitergeführt werden, ist die katholische Kirche noch zu retten. Jeder in der Kirche, ob im Amt oder nicht, ob Mann oder Frau, hat das Recht zu sagen, was er oder sie denkt und Vorschläge zur Reform der Kirche einzubringen. Fünf Parolen sind aus meiner Sicht dabei zentral:

Vertrauen wir auf die Macht des Wortes.

Handeln wir selbst, warten wir nicht auf die da oben. Vertrauen wir auf die Macht der Tat. Ob nicht vielleicht nach dem »Arabischen Frühling« auch ein katholischer kommen könnte?

Gehen wir gemeinsam vor, vertrauen wir auf die Macht der Gemeinschaft. Einer zählt nicht, fünf werden beachtet, fünfzig sind unbesiegbar. Die mutige Pfarrer-Initiative in Österreich zählt über fünfhundert Mitstreiter. Die Schweizer Pfarreien-Initiative wird bereits von über 300 Seelsorgerinnen und Seelsorgern unterstützt. Es ist zu hoffen, dass sich diesen Initiativen viele Menschen anschließen. Jetzt ist nämlich die Stunde der Gemeinden.

Streben wir Zwischenlösungen an. Diskussionen helfen oft nicht. Oft muss man zeigen, dass man es ernst meint. Druck kann dort legitim sein, wo Amtsträger ihrem Auftrag nicht entsprechen. Die Einführung der Muttersprache in der Liturgie, die Bejahung von Toleranz und Menschenrechten ist nur durch den ständigen Druck von unten erreicht worden. Wo eine Maßnahme der kirchlichen Autorität dem Evangelium nicht entspricht, können Ungehorsam und Widerstand erlaubt, ja sogar geboten sein. Denn gerade in der Kirche müssen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen. Vertrauen wir also auf die Macht des Widerst