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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

»Gesponserte Kreaturen der Wallstreet«

von Barbara Jentzsch vom 26.10.2012
US-Wahlkampf: Jill Stein, die Präsidentschaftskandidatin der US-Grünen, hat nur geringe Chancen, aber die will sie nutzen

Ins Weiße Haus kommt sie nicht, da macht sich Jill Stein, die Kandidatin der amerikanischen Grünen, nichts vor. Aber die Präsidentschaft ist auch nicht ihr Ziel in diesem Wahlkampf. »Wir wollen mitreden, präsent sein, Zeichen setzen«, sagt die 62-jährige Ärztin aus dem Bundesstaat Massachusetts. »Wir wollen den Wählern zeigen, dass sich Amerikas Probleme auch anders lösen lassen, dass es eine Alternative gibt zu Barack Obama und Mitt Romney.« Zwischen den »zwei von Wallstreet gesponserten Kreaturen« sieht sie keine großen Unterschiede. Mit den Zielen der Occupy-Bewegung identifiziert sie sich zu neunzig Prozent.

In den meisten anderen demokratischen Ländern können die Grünen mitreden, doch in den USA haben es die beiden herrschenden Parteien und die angepassten Medien verstanden, unerwünschte dritte Kandidaten auszublenden. Wer in der Wählergunst nicht auf 15 Prozent kommt, muss bei den Präsidentschaftsdebatten im Fernsehen draußen bleiben. 15 Prozent kann aber nur erreichen, wer das große Geld auf seiner Seite hat, und da die Grünen Spenden von Unternehmen ablehnen, haben sie keine Quelle, die sich auch nur im entferntesten mit den Wahlkampftöpfen von Romney oder Obama messen können. Der Kampf um Obamas Wiederwahl kostet mehr als eine Milliarde Dollar.

Immerhin hat die Green Party USA in diesem Wahljahr zum ersten Mal »matching funds« erhalten. Das heißt: die Bundeswahlbehörde verdoppelt die Höhe der privaten Spenden. Mit diesem Vitaminstoß an Geld kann sich die Partei in ihrem elften Jahr endlich einen kleinen, festen Mitarbeiterstamm leisten. Das lässt die Grünen hoffen, dass sie – parallel zur Präsidentenwahl – die Zahl der vorwiegend auf Landes- und kommunaler Ebene errungenen 136 Sitze verdoppeln können.

Es könnte klappen, denn dank der alternativen Medienplattform Democracy Now konnten sich interessierte Wähler – vierzig Prozent bezeichnen sich als unabhängig – mit Jill Stein und ihrer Forderung nach einem grünen Investitionsprogramm vertraut machen, dem sogenannten Green New Deal. Democracy Now hatte die Idee, Stein und Rocky Anderson, den Kandidaten der Justice Party, in die laufenden Obama-Romney-Debatten miteinzuschneiden. Eloquent und detailliert präsentierte Stein da ein Kontrastprogramm, das in seiner ökologisch

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