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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Hilft Gott Mitt?

von Michael Damm vom 26.10.2012
US-Wahlkampf: Viele Mormonen glauben, durch Erfolg zu göttlicher Würde aufzusteigen. Auch Mitt Romney

Über eines sind sich alle Beobachter einig: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney agiert äußerst pragmatisch. Nur in einem Punkt lässt er nicht mit sich reden: Er bleibt Mormone, auch wenn dies den rechten Christen unter seinen Wählern nicht gefällt.

Doch Mitt Romney weiß, warum er hier hart bleibt. Er hofft auf jenen großen Erfolg, den viele seiner Glaubensbrüder vorweisen können. Zu den erfolgreichen Mormonen zählen Harry Reid, der demokratische Mehrheitsführer im Senat, vier weitere Senatoren sowie Millionäre wie Gary Crittenden, Ex-Finanzchef von American Express, Bill Marriott Jr., Chef der gleichnamigen Hotelkette, und viele andere.

Dass gerade Mormonen so erfolgreich sind, ist kein Zufall. Sie berufen sich auf die Bibel und auf das Buch Mormon, das der Prophet Joseph Smith im 19. Jahrhundert von einem Engel erhalten haben will. In Anlehnung an die Bibel schildert das Buch die Entwicklung Amerikas durch aufrechte Christen – in Anlehnung an das auserwählte Volk Israel. Das Gottesbild der Mormonen ist durch ein Nebeneinander von Gott-Vater, Jesus Christus und dem Heiligen Geist geprägt. Es eröffnet den Gläubigen jedoch auch die Möglichkeit, zu göttlicher Würde aufzusteigen, so »wie Gott in Jesus Mensch wurde«, heißt es in einer Auslegung.

Um zu göttlicher Würde aufzusteigen, braucht es die »eternal progression«, die permanente Perfektionierung des Menschen zum Göttlichen. »Wir glauben, dass wir im Jenseits daran gemessen werden, ob wir unser Bestes gegeben haben«, sagt Detlef Adler, deutscher Geschäftsführer der Textilfirma Seidensticker und Mormone. Von den christlichen Kirchen wurden die Mormonen jedoch nie akzeptiert.

Fleiß, Selbstdisziplin und fromme Sittsamkeit sind die wichtigsten Eigenschaften, die Mormonen lernen. Wer auf ihrer Brigham Young University in Salt Lake City studiert, muss auf Alkohol, Tabak, Kaffee, Tee, kurzen Rock, langes Haar, freie Brust, Piercing oder Sex vor der Ehe verzichten. Homosexualität lehnen die Mormonen ab. Diese Sittsamkeit soll die Energie für ehrgeiziges Leistungsstreben freisetzen. »Altväterliche Moral und turbokapitalistischer Leistungswille verbinden sich mit gusseisernem Sendungsbewusstsein zu jenem Mix, der aus Mitt Romney einen Überflieger ohne Ecken und Kanten gemacht hat«, schreibt das

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