Wie Pakete quer durch Europa geschickt
Zur Mittagszeit klingelte es an der Tür. Draußen stand eine junge, zierliche Iranerin mit Todesangst im Gesicht. Drei finnische Freundinnen waren mitgekommen, sie hatten vorher angerufen und gefragt, ob der Pfarrer von Turku die Iranerin verstecken könne. Wenn Jouni Lehikoinen sich an diese Begegnung erinnert, ist er heute noch bewegt. Denn Naze Aghai schwebte in Lebensgefahr. Sie war über die Türkei und Russland nach Finnland geflohen, weil sie als Kurier der verbotenen Komalah-Partei aufgeflogen war. Ihr Asylantrag war von den finnischen Behörden abgelehnt; nun drohte ihr die Abschiebung und daheim in der Islamischen Republik Iran die Todesstrafe. Jouni Lehikoinen ließ die Iranerin herein. Es war das erste öffentliche Kirchenasyl in Finnland. Das war vor genau drei Jahren, und es hatte Erfolg.
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