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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2020
Der Statthalter
Die Macht des Rainer Maria Woelki
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 09.10.2020

Wer glaubt denn so was?

Zu: »Gott der Gegenwart« (17/20, Seite 28-31)

Meine Vermutung, dass sich Theologen in Sprachspielereien verlieren oder mit Fachausdrücken hausieren, um simple Glaubensaussagen akademisch aufzuwerten oder unhaltbare Behauptungen zu verschleiern, trifft auch hier zu. Nach Dalferth ist alle menschliche Erfahrung immer schon Gotteserfahrung. Die in der Bibel wie im Leben von vielen Menschen erfahrene Gottesferne ist damit vom Tisch – folglich hat sich für Dalferth auch Jesus am Kreuz »geirrt«. Wenn der Autor im Anschluss an seine nichtssagende, weil immer richtige (oder immer falsche) Aussage von der permanenten Gottesgegenwart auf Gottheiten verweist, die im Gegensatz zum christlichen Gott »fern« und »abwesend« sind, weshalb es »Religionen, Tempel, Kulte und Rituale« braucht, »um in ihre Gegenwart zu gelangen«, dann frage ich mich, warum bei seiner Aufzählung die Kirchen und die Sakramente fehlen. Gelten sie ihm als Ausdruck mangelnden Glaubens? Am Ende steht der Verweis auf die Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Gerade da beginnen die eigentlichen Probleme – wo der Aufsatz endet. Markus Zehetbauer, Uffing

Dalferth schreibt, man müsse das Wie vom Was unterscheiden, die Bilder von Gott von Gott selbst. Das geht nicht. Form und Inhalt bilden eine Einheit, das Wie verändert immer das Was. Im Johannesevangelium heißt es: Gott ist Wort. Wir wissen nicht, ob es die Wirklichkeit »Gott« außerhalb des Wortes überhaupt gibt. Jedenfalls ist sie niemandem zugänglich. Wir können ein Bild von Gott nicht an einer objektiven Realität prüfen. Wir haben Gott immer nur in menschlichen Bildern, die zeitbedingt und historisch geprägt sind. Deshalb ist die Sprache, mit der wir über Gott reden, entscheidend. Die Wirklichkeit Gottes hängt zwar nicht davon ab, ob jemand an ihn glaubt, aber davon, ob jemand von ihm spricht. Karin Pitzer, Karlsruhe

Bei dem, was der Autor von Gott schreibt, kommt kein Gefühl von Gegenwärtigkeit und lebendiger Präsenz auf, es bleibt eher alles »von gestern«. Interessant wird es erst, wo es um die Gottesbilder geht. Doch da wird der erhobene Zeigefinger sichtbar, noch bevor überhaupt nur ein bisschen Licht darau

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