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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Nachgefragt: Wie lernen Kinder schreiben?

Um den Rechtschreibunterricht ist ein Kulturkampf entbrannt. Warum? Fragen an Ulrich Hecker vom Grundschulverband

Publik-Forum: Worum geht es bei dem aktuellen Streit um den Rechtschreibunterricht?

Ulrich Hecker: Eine Studie der Uni Bonn will herausgefunden haben, dass ein strukturierter Unterricht mit der Fibel zu besseren Rechtschreibergebnissen führt als offenere Methoden. Mir ist unverständlich, wieso das einen solchen Medienhype auslöst, obwohl die Einzelheiten noch nicht veröffentlicht worden sind. Aber das Thema Rechtschreibung weckt regelmäßig heftige Emotionen.

Kritisiert wird der Ansatz »Lesen durch Schreiben«. Wie funktioniert der denn?

Hecker: Das ist eine Methode, um das Lesen zu erlernen, deshalb heißt sie ja auch so. Die Kinder bekommen eine sogenannte Anlauttabelle, wo jeder Buchstabe durch ein Bild symbolisiert ist, also etwa das »B« durch einen Ball. Damit können sie eigene Texte schreiben und ausdrücken, was ihnen wichtig ist! Sie lernen dadurch nicht nur die Buchstaben kennen; wenn sie so schreiben und dabei laut mitsprechen – das ist ganz wichtig! –, zerlegen sie die Wörter in Laut-Ketten. Indem sie die gehörten Buchstaben aufschreiben, erleben sie, wie daraus Wörter und Sätze werden. So lernen sie gleichzeitig lesen. Ohne einen Leselehrgang!

Was müssen die Lehrkräfte dabei beachten?

Hecker: Wichtig ist, dass die Schüler und Schülerinnen wirklich viel selbsttätig schreiben und dabei sprechen. Irgendwann merken sie, dass Texte besser lesbar werden, wenn man Lücken zwischen den Wörtern lässt und später auch Satzzeichen verwendet. Bei vielen Eltern ist die Angst verbreitet, die Kinder würden sich dadurch falsche Schreibungen einprägen, das