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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Schlaue Band ganz ohne Jungs

Pop. Die Liebe als kapitalistisches Konstrukt, als zum Scheitern verurteiltes und doch immer wieder zu versuchendes Unterfangen – das ist das Thema, das sich durch die Songs von »Britta« zieht und ihrer Musik die entsprechende Melancholie verleiht. 1997 gründeten Gitarristin Christiane Rösinger und Schlagzeugerin Britta Neander, die bereits bei der Berliner Kultband »Lassie Singers« gemeinsam musiziert hatten, zusammen mit Bassistin Julie Miess die Band, die schließlich nach dem Vornamen der Schlagzeugerin benannt wurde. Als Britta Neander sieben Jahre später an den Folgen einer Herzoperation starb, machten die anderen zum Gedenken und aus Trotz unter dem Namen »Britta« weiter.

Einen der Gründe dafür formulierten sie im Song »Lichtjahre voraus«, eine Art kleines Bandmanifest: »Und wenn ich mich so umschau’: Sowieso nur Bands mit Jungs – und die wollen ja keine Veränderung!« Nun, nach über zwanzig Jahren Bandgeschichte, gibt es diese Zusammenstellung mit kleinen Hits.

Weil sie skandalöserweise eher nicht im Radio gespielt werden, kennt kaum jemand diese Lieder: »DJ Holzbank«, das die DJ-Kultur und das Berliner Nachtleben auf die Schippe nimmt und gleichzeitig von einer Trennung handelt, »Depressiver Tag«, das beschreibt, wie man einen solchen Tag umarmt, »Ich bin 2 Öltanks«, das die Absurdität der Werbung durch lakonisches Aufzählen und Kombinieren entlarvt, oder der neue Song »Büro Büro« mit Zeilen wie »Sie decken sich mit Arbeit ein, die’s gar nicht gibt – Parole Potemkin, Baby.«

Britta sind charmant und entspannt, sie beobachten genau und zaubern mit schrammeligen Gitarren, schlingernden Keyboards, mäandernden Bassläufen und wuchtigem Sc