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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2017
Cyberwar
Stell dir vor, es ist krieg und keiner merkt es
Der Inhalt:

Angst statt Zukunft

Die Wähler haben sich gegen Veränderungen zu einer gerechteren und nachhaltigen Zukunft entschieden. Welche Hoffnungen bleiben?

Kein Zweifel: Das Ergebnis der Bundestagswahl markiert einen Rückschritt. Denn gesiegt hat die Angst der Menschen vor Veränderungen. Da die politischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft erhebliche Veränderungen in Politik, Wirtschaft und im Alltagsleben erfordern, ist die Zukunft erst einmal vertagt.

Dies liegt zu einem Teil an den politischen Parteien, die dem Wähler keine mehrheitsfähigen Bündnisse für politische Alternativen angeboten haben. Es liegt aber auch an den Wählerinnen und Wählern: Weit mehr als die Hälfte der Stimmen ging an Parteien, die auf das »Weiter so« gesetzt haben oder die die deutsche Vergangenheit beschwören, auch die verbrecherische. Auf das »Weiter so« setzt explizit die Union. Aber auch die Liberalen, die sich trotz aller modernen Rhetorik als konservativ entpuppen: in der Flüchtlingspolitik, in der Energiewende oder in der Dieselkrise. Extrem rückwärtsgewandt ist die AfD; mehr als dreißig Abgeordnete sind rechtsextreme Gegner der Demokratie und wurden dennoch – oder vielleicht sogar deshalb – gewählt.

Verliererin der Wahl ist eine gerechte und nachhaltige Zukunft für kommende Generationen. Sie hat gegen die Angst der Menschen verloren. Diese Angst ist allerdings nicht vom Himmel gefallen. Sie wurde produziert. Natürlich auch durch Terror und Kriminalität – und dies umso mehr, je hysterischer darüber berichtet wird. Ein weiterer Nährboden für ein zunehmendes Gefühl von Unsicherheit ist die wirtschaftliche Zukunft: Trotz guter Wirtschaftsdaten sind zwanzig Prozent der Deutschen vom Wohlstand abgehängt – die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern der Entwicklung wird ständig größer. Auch wenn sie gut ausgebildet sind, haben Menschen immer größere Problem