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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Streichquartette vom Klavierdompteur

Klassik. Welcher Klavierschüler kennt sie nicht: seine »Schule der Geläufigkeit« oder seine »Kunst der Fingerfertigkeit«?

Carl Czerny (1791-1857), der berühmte österreichische Etüden-Verfasser, war nicht nur Schüler von Hummel, Clementi und Beethoven; er spielte den Solopart von dessen Fünftem Klavierkonzert bei der Wiener Erstaufführung 1812, und er war Lehrer von Franz Liszt. Doch über seiner Rolle als Pianist, Klavier-Dompteur und Erfinder der Etüde ist seine Musik für Orchester, Kirche und Kammer fast in Vergessenheit geraten.

Umso aufregender nun die Entdeckung seiner bislang unveröffentlichten Streichquartette, die das »Sheridan-Ensemble« jetzt vorgelegt hat: 2007 von der Cellistin Anna Carewe gegründet, realisieren die Musiker Projekte in der ganzen musikalischen Bandbreite: »Künstlerische Arbeit ohne Kompromisse zwischen international anerkannten Solisten und Kammermusikern« nennt das Ensemble auf seiner Website als ehrgeiziges Ziel und verspricht dafür »einzigartige Besetzungen von Laute, Cembalo und Klavier bis zu Streichquartett, Vibrafon und Gesang, die als Schmelztiegel für Kreativität und Innovation fungieren«.

Die Streichquartette von Czerny hat das Sheridan-Ensemble im Archiv der »Gesellschaft der Musikfreunde« in Wien entdeckt. Die erste Probe, die Anna Carewe im Booklet schildert, kann man sich wohl nicht aufregend genug vorstellen.

Gutes klassisches Streichquartett ist das, mit einem Fuß in der Romantik, sanglich und expressiv. Hier fühlt man sich an den Elfenzauber eines Felix Mendelssohn erinnert, dort an den »Wiener Tonfall« eines Schubert, an die Tragik von »Der Tod und das Mädchen« – ohne dass si