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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2014
Revolutionäre, wo seid ihr geblieben?
Der Herbst 1989 und sein Erbe
Der Inhalt:

Strom vom Kirchendach

von Barbara Tambour vom 10.10.2014
Zwei Energiegenossenschaften bauen Fotovoltaik-Anlagen gemeinsam mit Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen

Man muss auf den Kirchturm steigen, um die Solarmodule zu sehen. Von unten ist die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der katholischen Kirche im Penzberger Stadtteil Steigenberg nicht zu erkennen. Seit August verwandelt sie Sonnenlicht in elektrischen Strom.

»Die Pfarrei wollte noch mehr für den Umwelt- und Klimaschutz tun«, begründet Georg Kurz, Gemeindemitglied und Umweltbeauftragter der Pfarrei Christ König, den Schritt. Mithilfe der Energiegenossenschaft Vision verwirklichte die Pfarrei den Plan: »Durch sie war es für uns ein sehr geringer Aufwand«, berichtet Kurz.

Die Pfarrei Christ König hat ihr Kirchendach der Energiegenossenschaft verpachtet. Mehr musste sie nicht tun. »Die Genossenschaft übernahm die Finanzierung, leitete den Bau und schloss den Einspeisevertrag mit dem Stromversorger ab«, berichtet Thomas Wienhardt, Vorstandsvorsitzender der Energiegenossenschaft Vision. Auch mit der jährlichen Abrechnung hat die Pfarrei nichts zu tun.

Immer häufiger wird Wienhardt in den vergangenen Monaten von Kirchengemeinden eingeladen, über die Genossenschaft und ihre Ziele zu informieren. Fast immer gewinnt er dabei neue Genossenschaftler. Gegenwärtig hat Energievision sechzig Mitglieder, die zusammen 531 Anteile halten. In den vergangenen zwei Jahren hat sie sechs Fotovoltaik-Anlagen realisiert.

Die Genossenschaft versteht sich als Dienstleister für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, die einen Beitrag zur Energiewende leisten wollen. »In der Kirche reden wir viel über Schöpfungsverantwortung, Ethik und Nachhaltigkeit, aber wir tun uns oft schwer damit, Konsequenzen daraus zu ziehen«, sagt Wienhardt. »Mit der Energiegenossenschaft bieten wir Einzelnen wie Kirchengemeinden die Möglichkeit, von den bloßen Worten ins Tun zu kommen.« Mitmachen kann jeder, der für 500 Euro einen Genossenschaftsanteil zeichnet. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Thomas Wienhardt arbeitet hauptberuflich als Gemeindeentwickler im Bistum Augsburg. Seine Tätigkeit in der Energiegenossenschaft hat für ihn eng damit zu tun: »Gemeindeentwicklung heißt ja nicht nur, Strukturen einer künftigen Kirche zu entwickeln, sondern auch: Wie kommen wir als Kirche gut und glaubwürdig in die Zukunft?« Der Umwelt- und Klimaschutz gehört für den Theologen und Pädagogen ganz wesentlich dazu. »W

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