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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2014
Revolutionäre, wo seid ihr geblieben?
Der Herbst 1989 und sein Erbe
Der Inhalt:

Ein Pakt, den keiner kennt

von Christoph Fleischmann vom 10.10.2014
Die Landeskirchen müssen sparen, damit die Pensionen der Pfarrer bezahlt werden können. Öffentlich diskutiert wird darüber allerdings nicht

Die evangelischen Landeskirchen müssten landauf, landab sparen, heißt es. Besonders die Pensionen für die geburtenstarken Pfarrerjahrgänge werden immer wieder als finanzielle Herausforderung benannt. »Es ist für mich eine geradezu unerträgliche Vorstellung, dass wegen der Sicherung meiner Versorgungsansprüche heute Menschen in der Kirche ihren Arbeitsplatz verlieren«, empört sich Hans-Jürgen Volk, Pfarrer in der Evangelischen Kirche im Rheinland, über die Sparmaßnahmen seiner Landeskirche.

Sparen für die Pfarrpensionen. Diese Sorge treibt auch andere Landeskirchen um: Aufgrund der Finanzkrise bringen die Kapitalanlagen für die Pfarrpensionen oftmals weniger Rendite ein, als noch vor wenigen Jahren vermutet.

Der angespannte Blick auf die Höhe der Kapitalrücklagen entspricht dem Weg, auf den sich die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Jahr 2006 verständigt hat. Damals beschloss das Gremium, in dem in der Regel der leitende Geistliche und der Chefjurist einer jeden Landeskirche vertreten sind, einen »Erweiterten Solidarpakt«. Was nach Solidarität klingt, soll jedoch gerade den Fall verhindern, dass einer dem anderen helfen muss.

In der Vereinbarung werden alle Landeskirchen auf einen sicherheitsorientierten Finanzkurs festgelegt. Der Erweiterte Solidarpakt ist eine Vereinbarung finanzieller Mindeststandards etwa bei Personalkosten, Rücklagen und Verschuldung. Diese Standards würden »im Auftrag der Gemeinschaft der Gliedkirchen« vom Kirchenamt der EKD »überwacht«, so Oberkirchenrat Thomas Begrich, im Kirchenamt für die Finanzen zuständig. »Dazu bekommen wir einmal im Jahr ein paar Kerndaten, die wir auswerten und dann wieder mit den jeweiligen Gliedkirchen besprechen: Wie ist der Stand, wo liegen die Probleme, wo muss man mehr tun?«, so Begrich.

Zu den Pfarrpensionen heißt es in der Vereinbarung: »Die Versorgung [der Pfarrerinnen und Pfarrer] soll so abgesichert sein, dass keine wesentlichen Belastungen auf die nachfolgenden Haushalte übertragen werden müssen.« Genauer gesagt sollen aus dem Haushalt nur bis zu zehn Prozent der Pfarrdienstkosten für Pensionäre ausgegeben werden. Wenn man die Pensionen nur zu einem geringen Teil aus dem laufenden Haushalt bezahlen darf, muss man einen Kapitalstock aufbauen, aus dem die starken Pensi

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