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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

Wankendes Weltbild

von Wolfgang Kessler vom 11.10.2013
Die Bischöfe streiten über die Zukunft ihres Medienkonzerns

Eigentlich wollten die Bischöfe den 6800 Mitarbeitern des Medienhandelshauses Weltbild Sicherheit geben. Doch so richtig gelungen ist dies nicht. Zwar kündigten die Bischöfe der zwölf Diözesen, die als Haupteigentümer von Weltbild fungieren, »Schritte zur Rettung des Konzerns« und »eine stabile Lösung« an. Doch Auskünfte, über welche Schritte es sich handele, erteilten die Bischöfe nicht.

Die Augsburger Verlagsgruppe Weltbild (Weltbild, Hugendubel, Jokers, Droemer-Knaur) hat derzeit einen Umsatz von 1,59 Milliarden Euro und gehört zwölf Bistümern, dem Militärbischofsamt und dem Verband der Diözesen Deutschlands: Nachdem die Diözesen viele Jahre lang von den Gewinnen dieses Verlages profitierten, macht er zur Zeit Verluste. Sie dürften nicht allzu niedrig sein, denn Weltbild hält seit Mitte 2012 seine Bilanzen zurück.

Die Ursachen für die Krise sind vielschichtig. Da sind zunächst die allgemeinen Probleme des Buchhandels in einer Zeit, in der weniger gelesen wird. Deshalb hat Weltbild viele Filialen geschlossen oder verkleinert. Dafür setzt der Konzern verstärkt auf das Online-Geschäft und hat – zusammen mit Thalia und der Deutschen Telekom – ein elektronisches Lesegerät namens Tolino entwickelt, das sich am Markt angeblich gut behauptet. Allerdings sollen die Investitionskosten des Umbaus riesig sein.

Zudem ächzt Weltbild seit Langem unter einer Ethik-Debatte. Wertkonservative Katholiken kritisieren die erotische und esoterische Literatur, die sich mit dem Selbstverständnis der katholischen Kirche nicht vertrage – die macht aber nur 0,2 Prozent des Angebotes aus. Nicht wenige Kunden mokieren sich generell über das geringe ethische Profil dieses Verlages, der ja der Kirche gehöre.

Unter den Mitarbeitern wächst der Ärger über die Bischöfe, die ihre Pflichten als Eigentümer vernachlässigten. So dürfe Weltbild-Chef Carel Halff schalten und walten, wie er wolle – ohne Kontrolle. Die Gewerkschaft ver.di wirft der Geschäftsführung vor, »die Konsequenzen des Umbauprozesses herunterzuspielen und die Belegschaft einzulullen«.

Die Bischöfe sind über die Zukunft von Weltb

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