Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

Katholiken fordern Mitsprache

von Thomas Seiterich vom 11.10.2013
Brief von über hundert Reformergruppen an Papst Franziskus

Gut hundert Vereinigungen von kritischen, dialogwilligen Katholikinnen und Katholiken aus Nordamerika und Westeuropa schreiben an Jorge Bergoglio, der sich nach seiner Wahl scherzhaft vorstellte mit den Worten, er sei »der Papst vom Ende der Welt«. Anlass für den Reformerbrief an den Papst ist das große, in seinen Inhalten teils sensationelle Interview vom 20. September, das Franziskus den Jesuiten-Zeitschriften gab (www.stimmen-der-zeit.de; Publik-Forum 18/
2013). Darin hatte der Papst erklärt, dass »Fühlen mit der Kirche« weitaus mehr bedeute, als Anordnungen der Hierarchie zu folgen: »Wenn der Dialog zwischen Gläubigen, den Bischöfen und dem Papst loyal ist, denn hat er den Beistand des Heiligen Geistes.«

Die Reformgruppen, die mehr als vier Millionen Mitglieder vertreten, wollen mit dem Papst über die künftige Leitungsform ihrer Kirche zu sprechen. Die Autoren fordern den Papst und die Kardinäle auf, Priestern, Ordensleuten und den Laien eine stärkere Teilhabe an den Entscheidungen in der katholischen Kirche zu gewähren, auch an der Auswahl der Bischöfe. Dialog und Beratung sollen die autoritäre Herrschaftsausübung ersetzen. Rom müsse sich noch mehr für soziale Gerechtigkeit innerhalb wie außerhalb der Kirche einsetzen. Bischöfe, die die durch Priester verübte sexuelle Gewalt verharmlost oder vertuscht haben, sollten aus dem Amt entfernt werden.

Der Brief unterstützt den Weg ins Freie, in den Franziskus allen bisherigen Zeichen und Aussagen nach die katholische Kirche führen will. Für die vom Pontifex angestrebte Kirchenreform halten die Reformer allerdings die volle Beteiligung aller Kirchenmitglieder für grundlegend. Dies ergebe sich »aus dem Evangelium und aus der Vision des Konzils«. Auch wird darum gebeten, die vom Vorgängerpapst angestrengte »ungerechtfertigte« Untersuchung der US-Ordensfrauen und ihrer Leadership Conference of Women Religious einzustellen. »Wir hoffen, dass der Papst eine Delegation der Reformgruppen im Vatikan empfangen wird«, erklärt dazu die Amerikanerin René Reid, eine der Organisatorinnen des Bündnisses CatholicChurchReform, das den Brief mitformulierte.

Seitdem der Brief in der Welt ist, stehen bei Christian Weisner, dem Sprecher von Wir sind Kirche in Deutschland, die Telefone nicht mehr still: »Es geht ru

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen