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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

»Die Pipeline bedroht alles«

von Barbara Tambour vom 11.10.2013
Warum Andreas Hoppe einen Film über den Ölsandabbau in Kanada drehen will. Fragen an den Tatort-Kommissar

? Herr Hoppe, warum wollen Sie einen Dokumentarfilm über den Ölsand-Abbau in Kanada drehen? Ist Ihnen die Rolle als Tatort-Kommissar Mario Kopper auf die Dauer zu langweilig?

! Nein, überhaupt nicht! Aber bei zwei »Tatorten« im Jahr ist noch Zeit für anderes. Mit dem Dokumentarfilm will ich auf die ungeheure Naturzerstörung aufmerksam machen, die durch den Ölsandabbau in der kanadischen Provinz Alberta passiert.

? Was ist so schlimm am Ölsandabbau?

! Er ist eine der dreckigsten Formen der Ölgewinnung. Im Tagebau werden gigantische Landstriche abgebaggert, inzwischen ein Gebiet so groß wie England. Übrig bleibt eine Mondlandschaft. Das Öl wird mit Chemikalien und mit Wasser aus dem Sand gelöst. Das verschmutzte Wasser ist hochgiftig, wird jedoch einfach ausgekippt. Die Krebsrate bei den dort lebenden Indianern ist um dreißig Prozent gestiegen.

? Warum bewegt Sie das so?

! Ich bin schon häufig durch Kanada gereist und dem Land sehr verbunden. Ich will die Zerstörung bekannt machen, damit Menschen dagegen protestieren können. Was besonders schlimm ist: Jetzt soll eine 1100 Kilometer lange Pipeline gebaut werden, um das Öl an die Küste zu transportieren. Sie würde durch eine Fjord-Landschaft im Great Bear Rainforest führen, in der Orcas, Finn- und Buckelwale ihre Jungen aufziehen, in der Küstenwölfe, Adler und der den Indianern heilige Spirit Bear leben. Durch die Pipeline ist das alles bedroht. Darauf will ich aufmerksam machen und die Öffentlichkeit animieren, Stellung dagegen zu beziehen. Wir müssen es schaffen, dem Einhalt zu gebieten!

? Warum haben die öffentlich-rechtlichen Sender kein Interesse an Ihrem Filmprojekt?

! Ich habe es verschiedenen Sendern und Produktionsfirmen angeboten. Die Antwort lautete entweder: »Das ist zu weit weg.« Oder: »Das Thema ist zu heikel.«

? Jetzt stellen Sie Ihre Filmidee auf der Internetseite Startnext vor und versuchen sie mit der direkten Unterstützung vieler Menschen zu realisieren. Doch bislang sind erst 1194 Euro zusammengekommen.

! Das ist sehr enttäuschend

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