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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

»Der Westen kapiert wenig«

von Bettina Röder vom 11.10.2013
Irans Staatspräsident Hassan Rohani gibt sich offen. Was aber kann er und was will er wirklich? Fragen an Kambiz Behbahani

Herr Behbahani, jüngst wurde Irans neuer Präsident Hassan Rohani nach seinem Telefonkontakt mit Präsident Obama in Teheran mit Jubel, aber auch mit faulen Eiern begrüßt. Wie stark ist sein Rückhalt im Iran wirklich?

Kambiz Behbahani: Wer ihn da mit Schuhen, nicht faulen Eiern, beworfen hat, waren Anhänger von Jalili, dem fundamentalistischen Kandidaten. Rohani wird aber bei weiten Teilen der Bevölkerung als Retter der Nation angesehen. Alle wissen: Wenn er es nicht schafft, ist alles verloren.

Das klingt ja sehr idealistisch. Welche Rolle spielt der Wächterrat aus Theologen, ist der nicht viel mächtiger als Rohani?

Behbahani: Der Wächterrat begrüßt zurzeit alles, was Rohani tut. Das ist ja ein Organ, das auch für die Kandidaten und die Kontrolle der Gesetze zuständig ist. Wichtig ist vor allem, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter Rohani steht. Wie auch das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei. Ein großer Ajatollah in Isfahan sagte beim Freitagsgebet, der Slogan: »Nieder mit den USA« stehe nicht im Koran. Das hat es unter Rohanis Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad nie gegeben.

Iran ist trotzdem von der Demokratie weit entfernt. Was hat Rohani bisher erreicht?

Behbahani: Er hat, was bis vor Kurzem noch völlig unmöglich schien, mehrere Frauen für sein Kabinett vorgesehen. Das hatten wir bislang nicht, dass die Sprecherin des Außenministeriums etwa eine Frau sein darf. Es wurde auch das unter seinem Vorgänger Ahmadinedschad verbotene »Haus des Kinos« in Teheran wieder geöffnet. Regisseure und Schauspieler, die Berufsverbot hatten, sind wieder da. Plötzlich schreibt die Presse alles. Es wird schwer sein, dieses Rad zurückzudrehen.

Wer sind die Gegner Rohanis im Land?

Behbahani: Die Fundamentalisten, die acht Jahre unter Ahmadinedschad alles versucht haben, was undemokratisch und unfreiheitlich war, durchzusetzen. Und Chaos im Land hinterlassen haben. Sodass kaum jemand da noch sagen kann, er sei zufrieden. Die Menschen wünschen, dass der politisch vereinnahmte Islam ein Ende hat.

Iran und damit auch Rohani ist im Syrienkonflikt auf der Seite des Diktators Assad. Was ist da von ihm überhaupt zu erwarten?

Behbahani: Zunächst muss ma

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