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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2012
Wenn es den Himmel gäbe
Gott in der Literatur der Gegenwart
Der Inhalt:

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Schon im ersten Halbjahr ihrer Präsidentschaft hat Joyce Banda in Malawi eine Welle an Veränderungen ausgelöst

Mit 25 Jahren fasste Joyce Banda den Mut, ihre verzweifelte Lage zu ändern: Sie suchte Kontakt zur jungen afrikanischen Frauenbewegung, fand dort Bestärkung, nahm ihre drei kleinen Kinder und verließ ihren gewalttätigen Ehemann. Das war 1975. Schon da bewies sie die Kraft, sich gegen männliche Übermacht zu behaupten und lebensfeindliche Konventionen zu überwinden. Inzwischen verändert ihr Mut auch die verzweifelte Lage ihrer Heimat Malawi – dem nach CIA-Angaben ärmsten Staat der Welt.

Am 7. April 2012 wurde die schwarze Frauenrechtlerin Joyce Banda als Präsidentin von Malawi vereidigt. Doch zuvor musste sie erst einen Machtkampf mit der Familie ihres Vorgängers bestehen: Als der autokratische Staatschef Binguwa Mutharika an Ostern überraschend an einem Herzinfarkt starb, war sie bereits Vizepräsidentin. Mutharika aber hatte sie aus seiner Partei ausgeschlossen, weil sie sich seinen Plänen, eine Familiendynastie zu errichten, widersetzte. Nach seinem plötzlichen Tod versuchte sein Bruder Peter an die Macht zu kommen und die verfassungsmäßige Nachfolge der Vizepräsidentin zu verhindern. Joyce Banda musste sich die Unterstützung des Militärchefs sichern, um einen Staatsstreich zu verhindern. »Wie Sie sehen, hat die Verfassung gesiegt«, sagte sie ruhig und entschlossen bei ihrer Vereidigung. Fernsehbilder zeigen die 62-Jährige in farbenprächtigen Gewändern und Kopfschmuck, wie sie mit bewegter Stimme den Amtseid spricht – »May God help us« – und ihre Politik aus ihrem christlichen Glauben begründet. Die afrikanische Frauenbewegung jubelte. Und der malawische Dichter Jamal Lasse äußerte in einem Blog die Hoffnung, »dass Frauen in hohen Ämtern vielleicht weniger korrupt und gewalttätig sind als unsereiner, wenn er Macht beko