Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2012
Wenn es den Himmel gäbe
Gott in der Literatur der Gegenwart
Der Inhalt:

Klimaschutz mit Hilfsmotor

von Jens Klein vom 05.10.2012
Elektrofahrräder sind beliebt. Doch sie benötigen Strom und Rohstoffe für ihre Akkus. Wie umweltfreundlich sind sie?

Wenn radelnde Senioren am Berg scheinbar mühelos mit weitaus jüngeren Fahrradfahrern mithalten, ist das meist keine Frage der Kondition, sondern der Technik. Ein Elektromotor unterstützt beim Fahren und macht aus angestrengtem Strampeln gemütliches Treten.

Etwa 310 000 Elektroräder, auch Pedelecs genannt, sind laut Zweirad-Industrie-Verband im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft worden. Das waren 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwei von drei Käufern sind nach Schätzungen über fünfzig. Doch ihr Anteil nimmt ab, weil die Hersteller ihr Sortiment immer weiter ausbauen. Rennräder und Mountainbikes mit Elektromotor sind keine Seltenheit mehr.

»Pedelecs sind im Prinzip eine feine Sache«, sagt Bettina Cibulski. Nach Ansicht der Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bieten sie insbesondere Menschen mit verminderter Leistungsfähigkeit oder körperlichen Einschränkungen die Chance, mobil zu bleiben. Sie schonen die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System, weil der Elektromotor dem Radler Arbeit abnimmt. »Hohes Gewicht, hohe Kosten und begrenzte Reichweite der Elektrofahrräder schränken den Fahrspaß aber oft noch immer ein«, sagt Cibulski. Daher plädiert der ADFC dafür, lieber weiter mit dem klassischen Fahrrad zu fahren.

Welche Entscheidung wäre für Klimaschützer die beste? Ist es aus ökologischen Gründen zu rechtfertigen, mit Elektrounterstützung zu radeln? In einer Lebenszyklus-Analyse hat der europäische Radfahrer-Dachverband errechnet, wie viel Kohlendioxid Fahrräder, Pedelecs, Autos und Busse pro Person in die Luft pusten. Dabei wurde die Produktion ebenso berücksichtigt wie der Energiebedarf des Fahrers. Im Ergebnis sind Fahrrad und Pedelec nicht weit auseinander: Rein rechnerisch liegt der Kohlendioxid-Ausstoß beim normalen Fahrrad pro gefahrenem Kilometer bei 21 Gramm. Beim Elektrofahrrad sind es 22 Gramm Kohlendioxid. Der Unterschied ist so gering, weil der Fahrer mit elektrischer Unterstützung weniger Kalorien verbrennt, sich über Nahrung – deren Produktion und Transport ebenfalls Kohlendioxid verursachen – also auch weniger Energie wieder zuführen muss.

Wenn anstelle des Stroms mit Kohleanteil reiner Ökostrom für einen vollen Akku sorgt, schneidet das Elektrorad rein rechnerisch sogar besser ab als das Fahrrad. Dem Auto sind beide Arten des Fahrrads sowieso überlegen. Für ein 1200 Ki

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen